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Band I. Molasseland und Juragebierge.
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Erster Hauptteil.

transportiert worden sind, sondern an Ort und Stelle, oder doch nahe gelebt haben.Nur Schwimmendes könnte von weiter her auch in einem Süßwasserkalk zumAbsatz gelangen. Abgestorbene Tiere sinken rasch nieder, Blätter in Süßwasserkalksind größtenteils auch nicht aus andern Zonen der Erde herbeigeweht, sie haben inder Nähe gelebt und sind dementsprechend gut erhalten.

Beispiele: Mergelkalke von Oehningen mit pflanzlichen und tierischen Süßwasser- und Land-formen, mit Schichtchen, die die Jahreszeiten erkennen lassen.

Auch bei Süßwasserschichten dient hier und da eine Kriechspur auf der Schicht-fläche mit dem entsprechenden Süßwassertier, als Petrefakt noch an ihrem Endeerhalten, zum Nachweis der Autochthonität der Ablagerung und mancher ihrer Einschlüsse.

Ein vollständig anderes Bild bieten in ihrer Verteilung die eingeschwemmtenFossilien. Da sind Süßwasserformen bunt gemischt mit Landformen. Es kannim Meere abgesetzte Schichtenkomplexe geben, die gar keine marinen Fossilien,nur Land- und Süß wasserformen enthalten. Allein die Fossilien sind dann einzelnoder in kleineren Schwärmen eingestreut, gemischt, manchmal stecken Schlamm-bewohner oder Torfbewohner in Sandstein oder Nagelfluh, jedenfalls nicht in einerSchicht beisammen, die ihrer Lebensweise entspricht; oft sind sie abgerollt, zerrieben,verletzt. Zusammengehörende Schalen sind voneinander getrennt, Knochen vereinzeltusw. Liegt eine marine Form dazwischen, die nicht das Hineinspülen schon alsVersteinerung erkennen läßt, so ist das Meer als Medium erwiesen, selbst wenn alleübrigen Fossilien Land- und Süßwasserformen sind. Über das Medium desAbsatzes sind also oft n ur M e e rfo r m e n entscheidend, Süßwasser-arten beweisen nicht schon an sich, daß der Absatz in Süßwasserstattfand, sondern nur die Art ihrer Verteilung und Erhaltungkann beweisend sein. Dabei gibt es viele Fälle unentscheidender Art. Esist somit sehr verständlich, daß man — wie besonders R o 11 i e r hervorhebt — imallgemeinen für die Molasse viel zu oft Süßwasser- und Landablagerung angenommenhat, wo es Einspülung und Absatz von Land- und Süßwasserformen ins Meer war,und insbesondere scheint ein großer Teil dessen, was als „untere Süßwassermolasse“bezeichnet worden ist, eigentlich Meerabsatz zu sein.

Bei den Molassekohlen ist es meistens leicht, autochthone von allochthonenzu unterscheiden. Erstere treten in auffallend regelmäßigen, aber schwachen Schichtenin ziemlich weiter Ausbreitung auf. Meistens liegen Tone oder Mergel voll Süß-wassertiere oder Süßwasserkalke darunter oder dazwischen, und die Kohlen selbstenthalten überdies Landtiere. Meerformen fehlen. Beispiele: Käpfnach, Elgg , Hohe-rone, Paudex-Belmont. Die Schwemmkohlenflöze dagegen erscheinen als unregel-mäßige Nester oder Schichtchen von unregelmäßiger Mächtigkeit und Ausbreitungnicht nur auf Mergel , oft mitten in Sandstein oder Nagelfluh und auch in Begleitungmariner Fossilien, und sie bestehen häufig nur aus Holzstämmen, es fehlen Zweigeund Blätter. Nur die autochthonen Kohlenflöze der Molasse sind für Land undSüßwasser beweisend, die allochthonen können Süßwasser- oder Meeresbildungen sein.

Die Verteilung von Land- und Süßwasserbildung einerseits, Meeresabsatz andererseitsin der schweizerischen Molasse sowie der Fossilgehalt beweisen, daß in der Molassezeitzum Teil Meer, zum Teil flaches Deltaland zwischen den in Bildung begriffenen Alpen