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Erster Hauptteil.
dieses Gestein anstehend einst in einer ausgedehnten Decke über den Monte Generoso über die Luganeserberge bis an den Julier und in einzelnen Fetzen sogar bis andie Klippen des Vierwaldstättersee gereicht hat. Ebenso sicher ist die Feststellungder schwarzen Spongitit-Lydite in der östlichen und zentralen Nagelfluh der Schweiz als Lias des Monte Generoso , der einst auch viel weiter nördlich gereicht habenmuß. Mit den Quarziten verhält es sich etwas ähnlich; es ist oft nicht möglich,die Quarzite des Carbon, Perm, der Trias, des Lias und des Eocän zu unterscheiden.Aber auch sie gehören zu den aushaltenden, durch Auslese in einem Schlemmproduktsich relativ mehrenden Gesteinen.
Im Großen wie oft im Kleinen ist in der Nagelfluh eine schwarmweiseVerteilung verschiedener Geröllarten deutlich. Allein die Untersuchungen hierüberreichen noch lange nicht aus, um die Stromgebiete der damaligen Zeit abzugrenzenund ihre Verschiebungen zu erkennen. Ich mache nur beispielsweise einige derbezüglichen Erscheinungen namhaft:
Früh hat zuerst auf den Wechsel in der Geröllherkunft bei verschiedenen Nagelfluhgruppenhingewiesen und denselben verfolgt. Baltzer betont den lokalen Charakter vieler Nagelfluh-bildungen, H. Frey und Beck geben dafür weitere Beispiele. Die von letzteren in der Gegendvon Thun gesammelten und beschriebenen Arten von Graniten, Porphyren, Gabbro finden sich zumTeil in der Nagelfluh der Ostschweiz nicht wieder, dafür andere. Die Gerolle der Emmentaler Nagelfluh sind vielfach andere als diejenigen des Thunersee . Die Habkerngranite sind fast nur amThunersee gefunden, die große Flut der Walliserquarzite gehört fast nur dem Napfgebiete an, nachOsten nimmt sie rasch ab. Im Gebiete von Rigi und Roßberg fand Kaufmann keine grünenGranite, keinen Gabbro, während solche östlich der Linth häufig sind. C. Escher-Heß fandMelaphyre am Zürichberg und Hörnli (Tößtal ) nicht selten, weiter östlich sollen sie fehlen. Diewestlichen Nagelfluhregionen enthalten wenig, der Rigi mehr und die Toggenburger und AppenzellerNagelfluh massenhaft, sogar vorherrschend, ostapine Dolomite und Kalksteine, Gotthardgranite fandF r ü h am Thunersee, am Rigi fehlen sie usw.
E s c h e r hatte schon 1846 Nagelfluhgerölle mit Tiroler-Trias identifiziert.S t u d e r und E s c h e r haben hervorgehoben, daß viele den Gesteinen der helvetischenAlpenzonen fremde Gerolle der Nagelfluh aus den Gesteinen der Stockhornzone,heute sagen wir: aus Decken der Präalpen (Klippen- bis rhätische Decke), abgeleitetwerden können. Quereau und in der Folge Steinma nn, Schmidt und anderewollten die ganze Nagelfluh aus dem Zerfall der Klippendecke, die einst über dieganzen helvetischen und autochthonen Zonen sich ausgebreitet hatte, ableiten. Esist dies recht naheliegend und erklärt zugleich das spärliche Vorkommen helvetischerGesteine in der Nagelfluh, denn es mußten eben erst die Klippendecken durch-löchert und weggeräumt sein, bis die Denudation die helvetischen Alpengesteineerreichen konnte. Diese letzteren finden wir dafür dann vorherrschend in denSchottern des Diluviums. Beck („Beiträge“ 59) geht noch weiter, indem er fastnur seine „Niesen-Habkerndecke“ = Wildflysch für die Gesteinslieferung an dieNagelfluh verantwortlich macht. Für die Umgebung des Thunersees mag dies vielleichtannähernd richtig sein, nicht aber in seiner Verallgemeinerung.
Auch ich bin überzeugt, daß ein sehr großer Teil der Nagelfluh in dieserArt abzuleiten ist. Es gibt hier und da Stellen, die ganz besonders für diese Auf-fassung sprechen. So z. B. treffen wir bei Sigriswil (Thunersee ) lokal eine sehr groß-blockige Nagelfluh aus „exotischen“ Gerollen, die nicht weit herbeigeschwemmt