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Band I. Molasseland und Juragebierge.
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Molassekalksteine.

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C. Schmidt, Über tertiäre Süßwasserkalke im westlichen Jura. Zentralbl. f. Mineralogie, Geol. u.Pal. Jahrg. 1904, Nr. 20.

Roliier, Revision de Ia Stratigraphie et de la Tectonique de la Molasse usw. Denkschriften derSchweiz , naturf. Ges. 1911.

Wie alle leichter transportierbaren Substanzen, so ist besonders auch der Kalkin Lösung von den aus den Alpen kommenden Strömen der Molassezeit weit hinaus-getragen worden, bevor er sich niederschlug. In der subalpinen Molassezone sindKalkmergel und Kalksteine selten. Mit der Entfernung von den Alpen nehmen siein der unteren, besonders aber in der oberen Molasse an Häufigkeit und Bedeutungzu. Sie gehören aber sehr verschiedenen Horizonten an und sind von lokaler Aus-breitung, ganz ähnlich wie die Kohlenflöze, in deren Gesellschaft sie selten fehlen.Die Kalkbänke sind selten bis 2 m, oft nur wenige Zentimeter mächtig, ausnahms-weise können sie, wie der Rugulosakalk von Oberwynau und Boningen bei Aar-wangen , über 20 m mächtig werden. Weiter gegen den Plateaujura und in denKettenjura hinein scharen sich die Kalke der Molasse mehr und mehr zu ausge-breitetern stratigraphischen Horizonten. Stets sind es Süßwasserkalke. MarineKalke sind, abgesehen von dem ganz zoogenen Randengrobkalk, in derMolassenicht gefunden worden. Merkwürdigerweise fand man bis jetzt niemals Dia-tomeen in den Molassekalken. Fast alle Süßwasserkalke der Molasse haben etwas Ton-gehalt, so daß sie sehr oft zu Wetterkalken gebrannt werden. Sie sind dicht, seltenerkristallinisch, oft an Schrattenkalk oder Seewerkalk erinnernd, hell weißlich-grün, braun,grau oder rot, homogen oder knollig, oft bituminös und beim Anschlägen stark stinkend.

Süßwasserkalke der Molasse sind von folgenden Lokalitäten bekannt:

1. Untere Molasse, subalpine Zone.

Zahlreiche meist nur 30 cm dicke Bänke zwischen und in den Kohlen des Tales der Paudezebis Semsales. Bei Bolleren, NW Fuß der Brüschegg südlich Einsiedeln. Rufi bei Schännis :hellbrauner bis schwarzer Süßwasserkalk, in mehreren Bänken mit der Rufikohle wechsellagernd,reich an Süßwasserschnecken, besonders kleinen Planorben, äußerst hart und splittrig.

2. Mittlere Molasse, subalpine Zone.

Gugger zwischen Richental und Pfaffnau (Napfgebiet). Schwanderegg bei Schwarzenberg (KantonLuzern). Blattenberg westlich Luzern. Sonnenberg bei Littau (Luzern ): bituminöser Kalk mit kleinenPlanorben in direktem Kontakt mit Muschelsandstein voller Tapes helvetica (altes Kohlenbergwerk).Luzern, Hofkirche : Kalk in Begleitung eines Kohlenflözes, in mehreren Lagen, gleichförmig, muscheligbrechend, manchmal alpenkalkähnlich, 1530 cm mächtig. Lützelmatt und Hof Utenberg beiDietschenberg bei Luzern : Süßwasserkalk, mit Land- und Süßwasserfossilien, wohl derselbe wie beider Hofkirche Luzern. Zweibrücken an der Sitter bei St. Gallen: Stinkkalk, 912 cm, mit Planorben,in 0,60,2 cm dicke Blätter spaltend, zum Teil kieselig.

3. Obere Molasse der subalpinen Zone und des Mi11e 11 andes.

Hier werden die Süßwasserkalke häufig. In der Literatur findet man solche von gegen100 Lokalitäten zitiert. Fast immer sind es nur einzelne Bänke. Sie sind selten weit verfolgbar.Wir nennen einige typische Beispiele.

Napfgebiet meist dicht, fossilleer, selten bis */ a m, so ^im Wildeneygraben, Ramseegraben,Teufenbachgraben, Golgraben bei Langnau, an letzterer Stelle mit Planorbis declivis Brzt. undCharasamen, ferner Rümlig, Lachenweid und Twerenegg bei Wolhusen , Schwarzentrub, Birchegg,zwischen Trittenbach und Dürrbach usw.

Kanton Luzern und Aargau : Buron mit Limnaea dilatata Noul., Planorbis declivis Sandb.,Bythinia gracilis Sandb., Kulmerau, Kramiswald (Baldeggersee), Bühl bei Hägglingen, Spreitenbach ^Limmatal) voll Planorbis, Lymnaea, Cyclas.