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Band I. Molasseland und Juragebierge.
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i Erster Hauptteil.

Sandsteinstreifen liegen die größten Gerolle vereinzelt eingebettet. Die größtenGerolle sind aber nicht von den in der Nähe anstehenden Sedimenten, sondernGranite, grobkörnige Amphibolite und Quarzite.

Entsprechend dembunten Charakter der Nagelfluh ist der begleitende undersetzende Sandstein vorwiegend graugrüner Arkosesandstein wie der nordalpineBollinger Sandstein, aber doch nie mit ihm zu verwechseln, oft viel grobkörniger,viel typischere Arkose, ohne rote, mit meist weißen kaolinisierten Feldspatkörnernund schwarzen Glimmerblättchen. Besonders auffallend sind, mitten im Sandsteineingeschlossen (bei Trevano, Uggiate und Camerlata), gewaltige, bis I m im Durch-messer haltende, vollkommen gerundete Blöcke von grobkörnigem, hellem, zwei-glimmerigem Granit und Granitgneis, von prächtigem grobkörnigem Amphibolit, vonSyenit, Diorit usw. Während an den einen Orten diese Riesengerölle ganz un-vermittelt und vereinzelt im Sandstein liegen, findet man an anderen Stellen undin anderen Lagen die Gerolle häufiger und zugleich kleiner und so anscheinendeinen Übergang zum umgebenden Sandstein bildend.

Im allgemeinen nehmen deutlich die Sandsteinlager nach oben (das ist zugleichnach Süden) zu, die Nagelfluh ab. Bei Camerlata lagert eine 3040 m mächtigeSandsteinbildung, die nur in einzelnen Streifen noch konglomeratisch ist. Nochweiter südlich bei Lucino und Vergosa stehen nur noch Sandsteine an. Schon ent-halten sie tonige dünne Zwischenlager und sind höchst regelmäßig geschichtet.

Wie am Nordrand der Alpen , so besteht auch am Südrand ein großer Gegensatzzwischen der Molassenagelfluh und den sie umlagernden Diluvialschottern. Dieerstere ist hier fast ganz aus kristallinen Silikatgesteinen, die diluviale vorherrschendaus Kalkgeröllen gebildet. Die Molassenagelfluh ist steil aufgerichtet, die diluvialenGeröllager sind ungestört.

Wie am Nordrand so suchen wir auch in der Südnagelfluh manche Gesteineder zugehörigen Talsysteme (hier Triaskalke, Tessiner Gneise) vergeblich in derMolassenagelfluh, während solche abgelegenerer Standorte vorherrschen.

Dagegen unterscheidet sich die Südnagelfluh von der Nordnagelfluh in folgendem:

Soweit bisher die Untersuchungen reichen, sind keine Exoten darin gefunden,es scheint, daß annähernd alle Ursprungsstellen auf der Südseite der alpinen Wasser-scheide in den benachbarten Talsystemen gefunden werden können. Bei der Nord-nagelfluh nimmt die Sandbildung nach oben ab, die Geröllbildung zu, bei der Süd-nagelfluh ist es umgekehrt. Die Geröllgröße ist bei der Südnagelfluh viel unregel-mäßiger und schwankender, kleine Gerolle sind mit ganz großen ( 1 / 2 m Durchmesser)viel regelloser gemischt. Die erstaunliche und unerklärte Erscheinung der großenkristallinen Blöcke bis I m Durchmesser, vereinzelt eingestreut in Sandstein, kennenwir nur vom Südrande. SogenannteEindrücke in den Gerollen, deformierte ge-quetschte Gerolle usw. haben wir in der Südnagelfluh bisher nicht gefunden.

Auch die Molasse am Südfuß der Alpen ist aufgerichtet-, aber sie ist nichtin Falten mit Antiklinalen und Synklinalen gelegt. Die Altersfolge entspricht derÜberlagerung und steht nirgends in Frage. Die Südmolasse fällt einfach von denAlpen weg, wie die ganze unterlagernde Folge älterer Schichten vom Flysch biszum Perm. Zunächst dem Alpenrand steht sie am steilsten, bei Chiasso bis 70°.