Diluviale Pflanzen.
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Fichte, Föhre, Schwarzpappel, Weißpappel, Haselnuß, Eiche, Stechpalme,Bergahorn, Acer platanoides, Linden (Tilia cordata und T. platyphyllos), Epheu,Esche, F'raßspuren von Eichhorn und Geweih von Edelhirsch .
Die oben durch den Sperrdruck hervorgehobenen Arten kommen auch in denSchieferkohlen vor. Hier wie dort fehlt die Buche. Im ganzen ist es diegleiche Waldflora eines niederschlagsreichen ozeanisch gemäßigten Klimas wie inden Schieferkohlen.
Aber die Schieferkohlen stammen aus der letzten Interglazialzeit, das Delta vonGüntenstall—Kaltbrunn eher aus einem Schlußstadium der letzten Vergletscherung.Wenn dem so ist, so beweisen die Funde von Kaltbrunn—Güntenstall zunächst,daß die Waldflora dem sich zurückziehenden Gletscher rasch nachgefolgt istund sich über den von ihm zurückgelassenen Boden verbreitet hat; zweitens, daßunsere Waldflora der Interglazialzeit durch die letzte Vergletscherung nicht vernichtet,sondern nur eingeschränkt worden war, und endlich, daß es weit mehr die Masseder Schneeniederschläge als Kälte gewesen sein kann, die das Vorrücken derGletscher bedingt hatte. Daß Wald nahe an den Diluvialgletschern stand, ist übrigensauch durch die gelegentlichen Funde von Baumstammstücken mitten in mächtigerGrundmoräne, am häufigsten in den Randregionen der Gletscherströme (Seiten-moränen), z. B. Fundamentgrube „Ländli“ Oberaegeri, Kanton Zug , ersichtlich.
Aber wir kennen schon länger noch andere Glieder der diluvialen Pflanzenweltder Schweiz :
Nathorst fand nach Hinweis durch Heer 1872 im Krutzelried bei Schwerzen-bach am Greifensee hinter den Endmoränen des inneren Kranzes nahe beim GehöfteGfenn bei 450 m zwischen dem Torf und den Moränen einen feingeschichtetensandigen Lehm mit der nordischen sogen. Dryasflora. Dann entdeckte ergleiche diluviale Pflanzentone noch an einigen anderen Stellen. C. Schröter,Mühlberg, Früh, Neuweiler vermehrten die Funde. Wir kennen sie jetztvon Schwerzenbach, Hedingen, Bonstetten, Schönenberg, alle im Kanton Zürich , undvon Niederwil bei Frauenfeld, Mellingen im Aargau und Wauwyl im Kanton Luzern .Überall sind es aus den Würmmoränen ausgeschwemmte, zwischen oder an dieMoränen sich anlagernde Tone, in welchen die kleinen Pflanzenreste eingebettetsind. Sie gehören der letzten Vergletscherung und der Zeit des letzten Rückzugesan und zeigen uns die Pflanzenwelt dicht am Eisrande. Diese „Dryasflora“ istauch in Norddeutschland, Großbritannien, Dänemark, Schweden, Norwegen, Rußland ,an zusammen bis jetzt 98 Lokalitäten gefunden worden, die alle innerhalb derdiluvialen Gletscherausbreitung liegen (Karte von Nathorst).
Die Blättchen sind oft leicht zu sehen. Am besten aber gestaltet sich dieAusbeute, wenn man den Ton in Wasser zerfallen läßt und dann sorgfältig schlemmtund siebt. Besonders kann man auf diese Weise viele bestimmbare Samen gewinnen.
Die schweizerischen Glaziallehme haben folgende Pflanzen feststellen lassen:
Bryum binumPseudoleskea atrovirensHypnum falcatum
Hypnum insubricumHypnum LindbergiHypnum trifarium