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Erster Hauptteil.
letzten Eiszeiten dagegen kleiden, untereinander vielfach gemischt, die tief denudiertenTäler und ihre Gehänge aus. Mehr als 8 / 4 der gesamten reichen Modellierung desMolasselandes unter die pliocäne Landoberfläche hinab hat zwischen den beidenersten Vergletscherungen einerseits und den beiden letzten Vergletscherungen anderer-seits, d. h. in der großen Interglazialzeit stattgefunden. Das Formende waren vorallem die Flüsse und Bäche im Bunde mit der Verwitterung. Die Molassebergemit flacher Schichtung sind nicht als Berge geboren, sondern passiv als die bisjetzt verschonten Ruinen aus der früheren Masse herauspräpariert worden. Dasschweizerische Mittelland ist ein erst in sehrjunger Zeit — mittler esDiluvium—• herausmodelliertes Erosionsgebirge, das dann wieder imjüngeren Diluvium durch die vorletzte und letzte Vergletscherung, besonders inden Talwegen, mehr Aufschüttung als Abtrag erfahren hat.
III. Vergleichendes über Fluß- und Gletscherwirkung inunserem Lande.
O b er f lä ch e n gli e d er u ng in vergletscherten und nichtvergletscherten Gebieten des Molasselandes,
Deutung derselben.
Wenn wir den Grad der Oberflächengliederung, ihre Kleinformen im Ver-hältnis zu den größeren Gestaltungszügen ins Auge fassen, am allerdeutlichsten,wenn wir ganz gute Karten oder Reliefs in größeren Maßstäben mit feinerModellierung der kleinsten Gestalten durchmustern, dann fällt uns im Molasse-lande sofort ein großer Unterschied in der Oberflächenform derjenigen Ge-biete auf, die zur Zeit der letzten Vergletscherung vom Eise überflutet waren,gegenüber denjenigen, die damals vom Eis nicht mehr erreicht worden sind. Die ersterensind einfacher, sanfter, glatter, mit geringeren Böschungen gestaltet; scharfe, jungeErosionsformen sind spärlich und eng begrenzt. Die extramoränen Gebiete dagegenzeigen die Rinnsale durchweg in viel dichterem Netz, feiner ausgearbeitet, reichlicherverzweigt; sie sind stärker gegliedert und haben häufiger wechselnde und vielfachmaximale Böschungen. Die Anhänger einer mächtigen Glazialerosion erklären dieeinfacheren glatteren Formen durch Glazialerosion, die jede scharfe Gliederungweggeschliffen habe. Niemand kann bezweifeln, daß die Glazialerosion dabei mitgewirkt hat, der Unterschied der beiden Auffassungen ist lediglich quantitativer Art
Angesichts der io bis 150 m mächtigen Grundmoränen in solchen Gebietenund des Umstandes, daß die Vergletscherungsgebiete mit Ausnahme der Seebeckennicht tiefer abgetragen, sondern eher höher aufgeschüttet sind, angesichts ferner derso oft direkt beobachteten Erscheinung, daß Moränen eine Menge von älterenschärferen Gehängerinnen einfüllen, halte ich diesen auffälligen Formenunterschiedfür zum größeren Teil durch folgende Ursachen bedingt:
1. Relativ sehr starker Schutz des vom Gletscher bedeckten Untergrundesdurch den Gletscher selbst gegen Verwitterung, Zergliederung und Durchtalungdurch Erosion.