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Band II. Die Schweizer Alpen.
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Dritter Hauptteil, Die Schweizeralpen.

IV. Das Massiv der Aiguilles Rouges und der Arpille (Tafel XII und XIII).

Literatur.

Umfassende ältere Untersuchungen :

1846 Fournet, inAnnales de la Soc. phys. et nat. ä Lyon .

1867 Alph. Favre, Recherches geologiques dans les parties de la Savoie, du Piemont et de laSuisse voisines du Mt. Blanc. Paris , cliez Masson.

1871 H. Gerlach,Beiträge Lfg. 9 und 27 und geol. Karte 1:100000, Bl. XXII.

1890 E. Renevier,Beiträge Lfg. 16, Spezialkarte 1:50000 Nr. 7 und geol. Karte 1:100000,BI. XVII. . .

Neitfere Untersuchungen und Darstellungen über einzelne Teile bestehen von: Bonard,Collet, Duparc, Golliez,Jeremine, Joukowsky, Lugeon, Michel-Levy, Mrazec,Ritter, Schardt, Schmidt u. a.

1915 P. Placidus Hartmann, O. S. B. Engelberg , Zur Geologie des kristallinen Substratumsder Dents de Mordes, Bern , bei Francke.

1916 Johann Meyer, Geologisch-petrograph. Untersuchungen am Massiv der Aiguilles Rouges,Eclogae.

Die Gestalt des Zwillings massives.

Als Genosse streicht an der NW-Seite des Mt. Blanc-M. das M. der AiguillesRouges. Seine Entblößung reicht nach NE gleich weit wie diejenige des ge-waltigeren südlichen Nachbarn. Nach SW. wird es von Sedimenten zweimal (St.Moteu und Prarion) überbrückt, bevor es dauernd untertaucht. Die Gesamtlängevon den Dents de Mordes bis St. Gervais beträgt 50 km, bis zur ersten Carbon-brücke vor St. Moteu 39 km. Die Breite beträgt 46, meistens 5 km. Neben dieNE-liche Hälfte aber stellt sich zwischen das Mt. Blanc-M. und dasjenige derAiguilles Rouges noch ein kleines M. ein, das Massiv der Arpille. Es siehtaus, als ob die Chamonixmulde sich vor diesem M. so spalten würde, daß ihrCarbon zwischen Aiguilles Rouges und Arpille, ihr Jura zwischen Arpille und Mt. Blancfortsetzt. Leider fehlt eine detaillierte Kartierung der Umgebung von Col de Balme.Aiguilles Rouges und Arpille sind althercynisch tief getrennt, alpin aber verwachsen,denn die mesozoischen Sedimente treten nicht dazwischen, sondern laufen flach überbeide M. und die sie trennende, östlich in der Höhe unter den Dents de Mordessehr breit werdende Carbonmulde hinweg, und ihre kristallinen Gesteine hängenrechts der Rhone sichtlich unter der Carbonmulde miteinander zusammen. Das M.der Arpille gehört also als alpines Zentral M. zu demjenigen der Aiguilles Rougesund ist mit demselben' vom Mt. Blanc-M. durch die alpin eingefaltete mesozoischeZone von Chamonix tief getrennt. Die Arpille ist ein Seitenzweig des M. derAiguilles Rouges. Derselbe hat die Eigentümlichkeit, von seiner Abzweigungsstellean gegen NE erst noch anzusteigen (Höhe des kristallinen Rückens unter Tete noirebei Trient ca. 1500 m, rechts der Rhone unter Six Carro ca. 1900 m) und erstnachher steil gegen NE abzufallen. Der Hauptstamm des Aig. Rouges-M. dagegenhat, soweit der heutige Zustand es erkennen läßt, die Höhe der Aig. Rouges selbstvon 2944 (oder 2958 ?)m nirgends überschritten. Auf diesem Gipfel bilden dis-kordant Trias und Lias eine horizontale Kappe. (Abbildungen im Atlas Favre.)Kein anderer kristalliner Gipfel erreicht diese Höhe. Der nächsthöchste, derLuisin, hat 2780 m, und östlich der Rhone ist der M.-Scheitel unter den Dents de