Vorwort des Herausgebers
Es war dem Verfasser vorliegender Uebersetzung der Ele-gien des Propertins nicht mehr vergönnt, das Lieblingskinvseiner Muse selbst in die Oeffentlichkeit einzuführen; der Todnahm ihn hinweg, ehe er seiner Arbeit diejenige Vollendunghatte geben können, worauf dieselbe nach der hohen Stufeseines Talents und Wissens den gerechtesten Anspruch machendurfte. Was und wie viel der Verewigte vor der Heraus-gabe selbst noch geändert, gebessert, vervollständigt haben würde,ist nun freilich schwer zu entscheiden; die Ansichten der Fach-männer bei Ueberkragung der alten Classiker, namentlich derDichter, sind allzu divcrgirend, um in dieser'Beziehung auchnur entfernt allgemeine Grundsätze ausstellen zu können:hier mußte ich, bei meinem Berufe als Vollender und Heraus-geber der Arbeit eines Andern, nachgerade einzig dem eigenenGefühle folgen. Einige spezielle Andeutungen für meineAufgabe habe ich indessen gleich vorn in der Einleitung (s.daselbst und meine Anm. seil» 1.) gefunden, und denselben sogewissenhaft nachgelebt, daß ich mich in dem Bewußtsein, denAn- und Absichten deö Verfassers wenigstens nicht entgegengehandelt zu haben, vollkommen beruhigen darf.
Ob überall die richtige Gränzlinie zwischen dem zu vielund zu wenig von mir festgehalten wurde, darüber mögencompetente Richter das Urtheil sprechen. Rücksichten der Pietätgegen den verewigten Verfasser und dessen eigenthümlichesWesen einerseits, anderseits aber auch die schuldige Achtung
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