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S. Aurel. Propertius Elegien / im Versmasse der Urschrift übersetzt von Friedrich Jacob ; nach des Verfassers Tode vollendet und herausgegeben von Dr. Wilhelm Binder
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VII
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Diese soll, so weit sie unsern Gegenstand berührt, hier ineinigen Hauptzügen dargelegt werden.

Die Römer waren Anfangs, als daS Volk in die Ge-schichte eintrat, Ackerbauer, Jeder auf seinem Hofe, sein Landum ihn her. Von dem Gesinde, welches wennschon unterstrengem Regimcnte gehalten gleichwohl der einfachen Fa-milie der Herrschaft nicht allzu ferne stand, häuslich umgeben,besorgte der Mann das Feld, die Frau das Haus, beide inwürdigem Ernste und energischer Zucht. Die Kinder warenihr Eigenthum. Der Blick, nicht ohne einige Enge, aufdas Nothwendige gerichtet und dadurch geschärft, übersah dienächsten Verhältnisse (auch, Andern gegenüber, seinen Vor-theil) mit Klarheit, und lenkte sie mit ernster Willenskraft,nicht ohne die Schlauheit, die man beim Landmanne auch inunseren Tagen so oft wahrnimmt.

Diese stämmige Selbstständigkeit und der Erde zugewandteKlarheit trugen die Römer auch auf ihre Götter über; auchmit ihnen gingen sie, trotz abergläubischem Zagen vor finsterenGewalten, trotz der gemessensten Ehrfurcht, Contrakt und Handelein und überlisteten sie dabei gelegenheitlich.

So vorgeübt, war dieses Volk, nachdem sich langeseiner Haut gewehrt hatte, im Laufe der Zeit ein siegreichesgeworden, das stark, klar und schlicht im Großen nachbildete,was es im häuslichen Kreise lange beschafft hatte. Der Mannzog mit dem MarSmonat, wie früher in's Feld um zu ackern,so jetzt in's Feld zu Kampf und Ruhm. Die Frau leitete,wie ehedem, in ernster Matronenwürde das Haus. Aber derBlick deS Mannes erweiterte sich; ihm gehörte die ganze be-wohnte Erde; die Frauen, außerdem schon von Natur con-scrvativ, blieben, was sie gewesen waren; doch hatte die volleAchtung vor der Frau und Familie in gleichem Grade langeBestand. Diese gesunde, durch Jahrhunderte geübte und ge-stählte, wenn auch vielleicht nicht liebenswürdige, doch höchstrespektable Kraft deS LeibeS und der Seele, wie wir sie etwa

Vgl. Heraz Epist. ?, 1, 103-107.