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S. Aurel. Propertius Elegien / im Versmasse der Urschrift übersetzt von Friedrich Jacob ; nach des Verfassers Tode vollendet und herausgegeben von Dr. Wilhelm Binder
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VIII
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bei dem ältern Cato ausgeprägt sehen, hielt nachher, zumMißbrauche gewandt und vergeudet, mit unendlicher Zähig-keit aus.

Nachdem nämlich der Gemeindebesitz (d. h. der Staat,dessen Kraft, Ehre und Wachsthum) lange Jahrhunderte hin-durch das Ziel aller Thätigkeit des Volkes gewesen war, fielauch dieses zuletzt auf den scheinbar unschuldigen und natür-lichen Gedanken, es möchte nun einmal an der Zeit sein, auchan sich und seinen Besitz, an seine Macht oder seinWohlleben zu denken, und von dem Kapital, das man demGemeindebesitze zugewandt hatte, die Zinsen zu genießen. Alleinkaum hatte sich diese, schon durch die Parteikämpfe nahe ge-legte Ansicht hervorgethan, als Jedweder mit unglaublicherBegierde über die unermeßliche Beute herfiel und eS möglichmachte, daß eine, 700 Jahre gesund ernährte und kraftdurch-drungene Eiche schon nach wenig mehr als einem Jahrhun-derte in wüsten Moder zerfiel, lind doch war selbst dieserbefruchtend für Jahrtausende, über den ganzen Erdkreis hin;denn jetzt rächten sich die gewaltsam geknechteten Völker. Er-niedrigt durch ihre Sieger, aber im angestammten Besitze vonaller Kunst, Zierde und Ueppigkeit des Lebens, strömten sievon allen Seiten, von Asien, Äegypten, Griechenland , in dasHaus des wüsten Erben eines glücklichen Soldaten und botensich und ihre Lüste seinen neuerwachten Begierden feil.

Indeß, noch stand dieser Koloß im vollen Gefühle seinerLebenskraft da, als, im Beginne des achten Jahrhundertsnach Erbauung der Stadt, PropertiuSH sein kurzes Leben

§) Sextus Aurelius Propertius , im I. 708 n. E. R. zuHispellum in Umbrien aus einer nach Stand und Vermögen mittlernFamilie geboren, verlor schon frühe seinen Vater und einen Theil derihm von diesem hinterlassenen Besitzungen, und wuchs so unter den Augenseiner Mutter heran, die erst nm's I. 730 gestorben zn sein scheint. Früh-zeitig wurde der Knabe zu höherer geistiger Ausbildung nach Noui gesandt,wo er sich bald eifrig auf das Studium der alcxandrinischcn Dichter,namentlich des Callimachus und Philetas , legte, die er sich auch zuseinen vornehmsten Mustern wählte, (Bruchstücke einer Nachahmung derl-ttr-lLt" des erst genannten Dichters, mit Anwendung auf römische Zu-