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Fassen wir nun diese Punkte zum Verständniß unsersDichters etwas näher in das Auge. Schon seit etwa hundertJahren, als der ältere Cato sich vergebens dem Eindringengriechischer Lehrer widersetzte, — auch darin weise, weil erwohl voraussah, daß durch diese Einrichtung nicht nur derschlichten Einfachheit deS Mannes, sondern namentlich, unvnoch viel mehr, der römischen Familiciicrziehung deS Knabenund seiner Einführung in den Staat durch einen HauSfreunvEintrag geschehe — hatten Einzelne (was jeder Gebildeteseitdem, den Cato selbst nicht ausgeschlossen, in ker Muße-zeit that) sich der Wissenschaft und Kunst, nicht übend, son-dern genießenD, ganz hingegeben und die Leitung des StaatesAndern freiwillig überlassen. Mit Octavians Alleinherrschaftwurden Viele, theils durch die Nothwendigkeit, weil sie zudem Kaiser in kein Verhältniß kommen konnte», theils ausStolz, weil sie dieß verschmähten, in den würdigen Genußeines inhaltlos gewordenen, von dem Glänze der Künste er-hellten, Lebens gedrängt. Und der Staat, d. h. AugustuS und
römischen Natur eine ihrer größten Thaten, tic innere Staatscntwickelungund die darin niedergelegte unendliche Geisteskraft, nicht berücksichtigthabe. Dieß ist aber deßhalb geschehen, weil es hier nicht darauf ankommt,ein objektiv vollständiges Bild von den Nömcrn zu entwerfen, sondern einsolches, wie es subjektiv in ihnen mehr oder minder z»m Bewußtsein ge-kommen arar; freilich so, daß immer zugleich von unserm Standpunkteaus darüber geurthcilt wurde. Nun aber scheint in dem sonst so lebhaf-ten Selbstbewußtsein jenes Volkes gerade diese, am längsten lebende, Größebet weitem minder erkannt und gesuhlt worden zu sein, als alles Oben-genannte. Ob deßwegen, weil sie zu sehr inmitten der Sache standen,oder darum, weil diese Verdienste minder glänzend waren, als äußereSiege (man denke an Ciccro's Rede für den Murena), oder weil fastalle diese Entwickelungen durch Parteikämpfe herbeigeführt wurden, sodaß fast jeder Fortschritt des Staates zugleich die Niederlage einerPartei war, oder aus allen diesen und anderen Gründen zugleich, möchteschwer zu sagen sein. Gewiß scheint mir aber, daß sie zu citier klarenReflexion über die Vortheile einer Opposition, wie sie etwa Macchiavelliin seinen „Mscorsi" so schön auseinander setzt, nicht gekommen sind, wenngleich sie von dem Solonischen Gesetz, wonach jeder Bürger Partei er-greifen sollte, mehr als einmal gesprochen haben.