Band 
Dritter Band.
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Nephelinbasalt.

bis fast farblose Mikrolithen eingewachsen enthalten; letztere gehören wahr-scheinlich vor allem dem Augit und nicht dem Apatit an. Eine höhere Auto-morphie des Nephelins pflegt sich namentlich bei grösserer Menge desselben oderin Verbindung mit Glasbasis geltend zu machen. In sehr vielen Vorkommnissenstellt sich aber der Nephelin — übereinstimmend mit seinem Auftreten in vielenNepheliniten, Tephriten und Basaniten — nicht in solchen selbständig krystal-lisirten Individuen dar, sondern als eine durch die nachbarlichen Gemengtheileganz willkürlich und unregelmässig begrenzte, continuirlich ausgedehnt er-scheinende Masse, welche oft, wie das pol. Licht lehrt, in mehrere verschiedengelagerte und auch ihrerseits meist nicht regelrecht contourirte Individuen zer-fällt. Derartig beschaffene Nephelinsubstanz bildet manchmal in den Präparaten,bei gewöhnlichem Licht betrachtet, einen förmlichen farblosen Untergrund, inwelchem die anderen Gemengtheile vertheilt liegen, oder füllt mehr die Zwischen-räume zwischen den letzteren aus, weshalb man von einem Nephelingrunde undeiner Nephelinfülle sprechen kann, wobei aber jedenfalls der erstere stets einkörniges Aggregat einzelner Individuen ist. Gümbel bezeichnete solche krystal-linische, aber nicht von bestimmten Krystallgrenzen umzogene Substanzen als»leptomorph« (Fichtelgebirge 1879. 240). Zarte Augitmikrolithen sind sehrhäufig ebenfalls in solchen Nephelinflecken vertheilt, ohne Rücksicht auf dieetwaige körnige Zusammensetzung. Doch kommt es auch vor, dass mehrereNephelintheile, die durch andere Grundmasse-Mineralien, z. B. Augite getrenntsind, gemeinschaftlich auslöschen, also einem einheitlichen Individuum ange-hören. Der Nachweis der Nephelinnatur ist bisweilen, wo grössere Partieenvorhanden sind, leichter, bei mikroskopisch recht fein gemengten Gesteinenschwer oder unsicher. Wenn auch die schwach milchbläulichen Polarisations-farben, oder die hin und wieder im pol. Licht erkennbaren rechtwinkeligen Um-grenzungen gerade auslöschender Partieen auf die Spur geleiten, so sollte deiZuverlässigkeit der Bestimmung halber doch auch eine chemische Prüfung womöglich eintreten: die für Nephelin angesprochene farblose doppeltbrechendeSubstanz muss bei Behandlung des Präparats mit kalter HCl eine Gallerte bilden,welche alsdann beim Imbibiren mit Fuchsinlösung gefärbt hervortritt; vielfaelist aber die Vertheilung im Präparat eine solche, dass die Wahrnehmung derReaction gerade für die ins Auge gefassten Stellen an Sicherheit zu wünsche!übrig lässt. Alsdann ist es erforderlich, das Gesteinspulver in der Kälte mi:verdünnter HCl zu behandeln. Bildet sich bei diesem Versuch eine mehr oderweniger deutliche Gallerte und scheidet sich aus der Lösung beim Concentrireieine reichliche Menge von Koehsalzwürfelchen aus, so dient dies als Erweis fürdie Gegenwart des Nephelins, wofern nämlich natronhaltige Zeolithe dem Ge-stein fremd sind und dasselbe auch kein zersetzbares etwa natronreiches GLin sich enthält. Sollte letzteres Glas gefärbt sein, so würde man es ja leicht aidieser Farbe, auch abgesehen von seiner Isotropie im Präparat neben denNephelin entdecken; wäre es aber ebenso wie dieser farblos, so würde seitgleichzeitiges Dasein blos auf Grund des isotropen Verhaltens nur sehr schwel