Band 
Dritter Band.
Seite
705
JPEG-Download
 

Breccien und Conglomerate von Gneiss und Quarzit.

705

Conglomerate und Breccien der krystallinischen Schiefer undkrystallinischen sedimentären Materialien.

Gneissbreccie und Gneissconglomerat.

Scharfkantige Bruchstücke oder abgerundete Geschiebe und Gerolle vonGneiss sind durch ein Cäment verbunden, welches bald aus feinem Gneissschutt,bald aus Sandstein oder Schieferthon besteht. Nach Naumann finden sich derleiklastische*Gneissgesteine bei Fürstenstein im Landshuter Übergangsgebirge, beiFlöha in de^Gegend von Chemnitz , am Südrand des Tharandter Waldes, in deroberen Etage des Bothliegenden unweit Dresden von Neudöhlen bis Possendorf(Geognosie I. 666). Vielleicht gehören hierher die von Becke beschriebenen»Arkosengneisse« aus dem Gebiet des Mte. Galtzadhes auf Euboea, welche dortmit echt klastischen Sandsteinen und Grauwacken wechseln; sie enthalten nebenunzweifelhaften klastischen zersetzten Feldspathen auch authigene krystallinischeElemente, als welche stets Quarz, dann Glimmer oder Chlorit auftreten; secun-där ist reichlicher Epidot (Min. u. petr. Mitth. II. 1880. 61). Vgl. auch S. 652.

Glimmerschieferconglomerat. Bruchstücke und Geschiebe vonGlimmerschiefer, auch untermengt mit denen anderer Gesteine liegen in einemeisenschüssigen glimmerreichen Bindemittel; am s.ö. Bande des Steinkohlen-beckens von Kive-de-Gier in Frankreich .

Quarzitbreccie und Quarzitconglomerat.

Kleinere und grössere eckige Bruchstücke und abgerundete Geschiebe oderGerölle von Quarzit und Quarz, meistens von graulichweisser oder grauer Farbe,sind durch ein kieseliges, ockergelb oder braunroth gefärbtes, eisenschüssiges,thoniges Cäment zu einem gewöhnlich sehr harten und schwer zersprengbarenGestein verbunden.

Namentlich in den älteren paläozoischen Formationen sind solche Quarzit-conglomerate und Quarzitbreccien ausgebildet. Man kennt erstere in der silurischenFormation Böhmens , im Devon des s. Norwegens , im Devon der englischen Graf-schaften Hertford und Brecknock, im Millstone-grit bei Clapham unweit Lancaster,auch im Bothliegenden bei Eisenach , im Buntsandstein der Vogesen und bei Com-mern in der Eifel . In den Ardennen und auf dem hohen Veen bei Chateau-Salm,Sourbrodt und Malmedy erscheint ausgezeichnete Quarzitbreccie; am Lichtenstein bei Gosberg unweit Hainichen in Sachsen . Eine merkwürdige Bildung ist das vonv. Veltheim sogenannte Hornquarzconglomerat aus den Umgebungen des Harzesim unteren Bothliegenden z. B. der Gegend von Mansfeld ), bei welchem bis fuss-dicke graue körnige Quarzitgerülle durch ein kieseliges Cäment zu einem sehrfesten Gestein verbunden sind; vgl. auch Karstens Archiv 1829. 131 und Hoffmann,Übers, d. orogr. u. g. Verh. d. n.w. D. 1830. 592.

Zirkel, Petrographie. III. 2. Aufl.

45