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Kellers politische Stellung.
angenommen und eine neue Regierung eingesetzt'). In dieserneuen Aera spielt „Martin Salander ".
Für Gottfried Keller konnte es nicht fraglich sein, aufwelche Seite er sich in diesen Parteiwirren zu stellen hatte.Partei zu nehmen, hielt er für die Pflicht eines jeden rechtenMannes, mit dem Vorbehalte, jede politische Unwahrheit,komme sie, woher sie wolle, zu verleugnen. Der Radikalismus,dem er sich in seinen von konfessionellen Kämpfen im Innerstenaufgewühlten Jugendjahren in die Arme geworfen, hatte sichlängst zu maßvoller Anschauung abgeklärt. Ein gesunderFreisinn war geblieben, die Abneigung gegen alles Extremeund gegen jedes demagogische Wühlertum zugleich immerstärker geworden, so daß schroffe Parteimänner der äußerstenLinken, die ihn nach seiner Abkunft und seinem ersten Auf-treten als politischen Lyriker bedingungslos für den Ihrigengehalten, Keller nun mit Unrecht Abfall von der Sache derDemokratie vorwarfen. Er wurde kurzweg zu den „System-
') In sein Handprotokoll (Bronillon) schrieb G. Keller am14. Juni 1869: „Schlußsitzung der alten Regierung.
Her kommt der Tod, die Zeit geht hin,
Mich wundert, daß ich so fröhlich bin.
Dieses war die letzte Sitzung der sogenannten dreißiger Regie-rung nach Untergang der Verfassung von 1831. Anwesend waren:I. I. Treichler von Richtersweil, Regierungs-Präsident; Dr. EduardSuter von Pfäfsikon; I)r. Rudolf Benz von Pfungen , eidg. Oberst;Felix Wild von Wädensweil; Franz Hagenbuch von Zürich ; AdolfHuber von Wädensweil; Heinrich Studer von Wipkingen ; I. I. Scherervon Winterthur, eidg. Oberst (nachheriger Regierungs-Präsident). —Staatsschreiber: G. Keller von Glattfelden und Joh. Boßhard vonPfäffikon .
Nachmittags 4 Uhr konstituierte sich die direkt vom Volke ge-wählte neue Regierung. Im Großratssaale tagte inzwischen der neueKantonsrat."