Band 
Dritter Band: 1861 - 1890.
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178. An Adolf Erner, 19. April 1874.

darin sind, abgesehen von der allgemeinen Schwäche; aberi mag nimmi! Der Schlingel in mir will auch sein Recht haben;dieser brave Kerl allein hat mich aufrecht gehalten und zuJahren kommen lassen. Da haben Sie also wieder was indas mir so schmeichelhafte Kästchen'), ich will es schon vollschreiben; wenn dies geschehen, so verbrennen wir die altenKräuter und fangen von neuem an; an Bafel fehlt es mirnie, wo ich den Leuten gut bin.

Mit der L. hätt' ich neulich fast schöne Händel be-kommen; aber es kommt schon noch einmal, denn sie taugtgar nichts. Sie fängt nun an tückisch und sackgrob zuwerden, wenn man sich nicht zu ihren Narrheiten hergebenwill. Seien Sie froh, daß Sie was können und sind undleben Sie glücklich und gesund nebst Gruß!

Ihr ergebener

G. Keller.

178. An Adolf Erner in Ukirn.

Zürich , 19. April 1874.

Lieber Freund! Ehe ich Eure Spur verliere, muß ichuoch eine Epistel abgehen lassen. Sie haben sich punktoSchreibens nicht übel gehalten, so daß ich Ihre Hauptmann-schaft wieder anerkennen will bis auf weiteres.

Mit meinen schnöden Jagdanspielungen will ich Sie

') Marie Exner an Gottfried Keller , 10. Januar 1874:DieOhrringe habe ich in den hl. Schrein versenkt, das Keller-Kästchen, undden letzten Brief dazu, da ich ihn ziemlich gut auswendig kann: garso gustios und possierlich schreiben Sie."