Band 
Dritter Band: 1861 - 1890.
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162 187. An Marie Exner, 20. August 1874.

ich kaum mehr schnaufen konnte; endlich wurde der Gefährtein ein Kämmerchen gestoßen, ich aber noch eine Treppehöher kommandiert, mußte dort unter dem Dach durchkriechenund nun ging's eine Hintertreppe wieder hinunter fünf, sechs,sieben Treppen, bis auf den ersten Stock, wo ich ein schönes,großes, wohlausgestattetes Zimmer erhielt und atemlos ineinen Fauteuil sank. Ich erhielt nun die Aufklärung, daßman mir vor dem andern Fremden nicht diesen Vorzug habeeinräumen dürfen, mich aber noch wohl gekannt und wegenmeiner Artigkeit und guten Sitte noch günstig im Gedächt-nis bewahrt habe. Seht Ihr, so bin ich angeschrieben imHotelDetzer"!

Das war aber die letzte Unbill, die mir widerfuhr.Gleich am andern Morgen bekam ich von der Marie Ellereine schöne blauseidene Geldbörse geschenkt; dann traf ichwider Erwarten alte Freunde, die mir acht Tage lang mit-tags und abends und auch zwischen hinein Gesellschaft leiste-ten; bald ich bei ihnen, bald sie bei mir, wo sie immernicht mehr trinken wollten und doch nicht aufstanden, geradewie ich bei ihnen.

Dann fand ich noch einige nette Gipsfigürchen ausdem Münchener Antiken-Kabinett, kaum 4 Zoll hoch, die ichkaufte und mit den Wienern unzerbrochen nach Haus brachte.Die kleine Minerva macht sich schon als Modell nützlichmit der einen Schulter für eine lebensgroße Figur, die ichentwerfe. Ich habe mir nämlich in München eine spanischeWand oder Bettschirm ausgebucht mit den vier Tageszeiten,Morgen, Mittag u. s. w, die alle nach dem Bett hinhorchen undzu sagen scheinen:Er schläft noch, weckt ihn nicht!" Dievier Damen werden mit gebrochenem altdeutschem Faltenwurf