Band 
Dritter Band: 1861 - 1890.
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212. An Julius Rodenberg , 28. Mai 1876.

Heute ist eidgenössische Kommission hier von sechszehnExperten wegen eines Bundesobligationenrechts; ich bin nurabends im Wirtshaus dabei und werde dort ein möglichstbedeutendes Stillschweigen beobachten, sofern der Weingut ist.

Ich war neulich wieder einmal bei Wille's. Sie be-klagten sich, daß Sie s. Z. sich nur per Karte bei ihnen verab-schiedet hätten. Ich sagte, das sähe Ihnen ganz gleich,Sie seien ein Scheusal u. s. w.

ÄLS> An Julius Usdenberg in Berlin .

Zürich , 28. Mai 1876.

Verehrter Herr Doktor! Ihre freundliche Zusendungbeweist mir, daß Sie mir noch nicht grollen wegen meinerverbrecherischen Nichtleistungen. Meine sanguinische Art, diesichere Ausführung einer Arbeit in bestimmter Frist vorzu-nehmen, hat mich wieder selbst gefoppt, da die Sache durchdie sanfte, aber eiserne Textur der Lebenstage ebenso sicherimmer anders kommt.

Ich kann das aber nicht mehr so haben und habe des-halb meine Amtsstellung aus 1- Juli gekündigt, um einigeJahre ungehindert und fleißig schreiben zu können, was michfreut. Nachher werden die Götter auch noch leben. Daserste soll die Vollendung der „Zürcher Novellen" sein.

Wie steht es nun mit der Korrektur oder Revision?Ich sehe die kleinen Unebenheiten des Geschriebenen erst,wenn es gedruckt vor mir liegt, und Pflege erst dann nochdas Heer der überflüssigen und schändlichen Adjektive aus-zurotten. Kann ich nun, wenn die Sache einmal losgeht,Revisionsbogen der „Deutschen Rundschau" hieher bekommen,