»eilenSie sollten im Gegensatz zu den „Leuten vonSeldwyla" mehr positives Leben enthalten, Begebenheiten»us besonders, charakteristischen Kulturepochen der StadtZürich vorführen. Gottfried Keller wollte damit zugleich einVersprechen gegen Julius Rodenberg , den Herausgeber der»euen, in großem Stil angelegten Monatsschrift „DeutscheRundschau", einlösen. Der Erzähler Keller bedurfte eines»ußeren Antriebs, das dichterisch Geschaute auch zu Papieräu bringen. Es war nicht Scheu vor der Arbeit, sonderndas Gefühl, daß das Geschriebene seinen poetischen Absichten»>cht entsprach, was er so schwer überwand. Die ängstlicheSchwester, der zunächst das praktische Ziel des Erwerbes vor^ugen stand, vermochte in dieser Hinsicht wenig über ihn,»dschon sie ihr Redliches that. „Regula — schrieb er 1877»» Frau Bundesrichter Julie Weber — fürchtet jetzt immer,daß die teils eingebrochenen, teils noch drohenden Krachzeitendeinem Geschäfte schaden werden und sagt, ich soll doch vor-hbi' so viel als möglich fertig machen und absetzen, ehe dasLetter da sei." Julius Rodenberg kommt das große, nichtdach genug anzuschlagende Verdienst zu, daß er Kellers^chnftstellerfleiß angestachelt und dessen alte Unlust, etwasFrtig niederzuschreiben, auf kluge Weise besiegt hat. Uner-müdlich, ohne die oft auf harte Proben gestellte Geduld zu»Mieren, war er hinter dem Zaudernden her und verstand^ meisterlich, bald bittend, drängend und beschwörend, dannschmeichelnd und lobpreisend Manuskript herauszulocken, wenn^ ßch manchmal auch mit wenigen Seiten begnügen odererleben mußte, daß das neue „Rundschau"-Heft ohneversprochene Fortsetzung der Kellerschen Geschichte aus-geben wurde. Man darf wohl sagen, daß ohne Roden-
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