Band 
Dritter Band: 1861 - 1890.
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259. An Marie von Frisch , 5. September 1878.

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Zur Orientierung vorläufig die Notiz, daß das Buchum ca. 16 Bogen kürzer wird und ich die übrigen 90 Bo-gen in fünf Bände ä ca. 18 Bogen einzuteilen gedenke,wovon die Hälfte in neuem Manuskript besteht, die andereHälfte in durchgearbeiteten Exemplaren des alten Druckes.

Ihr mit ausgezeichneter Hochachtung ergebenster

G. Keller .

k. 8. Ich habe noch beizufügen, daß ich Zeugnisse be-sitze, wonach derGrüne Heinrich" vor zwei und drei Jahrenan verschiedenen Orten erfolglos bei Buchhandlungen bestelltworden ist und diese Buchhandlungen von Seite MewegSeine neue Ausgabe nicht in Aussicht stellen konnten.

259. An Marie von Frisch in Wir».

Zürich , den 5. September 1878.

Höchst wackeres Ehepaar! Mit den besten Segens-wünschen nahe auch ich der Wiege des neuen Erzwienersund bestimme überdies, daß dieser speziell ein Saufaus wer-den soll.

Von mir hätt' ich allerdings beinahe ein Sterbenswört-chen reden können. Als nämlich Herr Adolf Exner mitseinem Gemache! hier war, machte ich den Anlauf, einenAbendthee zu offerieren. Hiebei vergiftete ich mich selbst,ein Geniestreich, der nur mir passieren kann. Ich empfandam andern Tage so furchtbare Leib-, Kopf- und Nücken-schmerzen, daß ich das Bett hüten mußte und erst amzweiten Tag ins Hotel Baur wanken konnte, voll Angst,das Pärchen mausetot anzutreffen. Natürlich hatte es aber

Gottfried Keller . III. 26