Band 
Dritter Band: 1861 - 1890.
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339. An Marie von Frisch , 15. Februar 1884.

und rauchen will; doch die Tugend und Freundschaft siegt,und so bleibt es dabei, daß ich schreibe.

Haben Sie also tausendmal Dank für das Christkindchen,die pompöse Türkenschere, die so spitzig ist, daß man zweischöne Dolche davon machen könnte. Sie schmückt herrlichnieinen Tisch neben dem Falzbeinsäbel Ihres tapferen Bruders.Ich erhielt die Sachen pünktlich am Neujahrsmorgen, alsich beim Frühstück saß und mich freute, daß es kein Spät-stück sei; denn ich war in aller Mäßigkeit um 2 Uhr nachHaus gekommen.

Auch für die geschmackvolle Idee, mir ein Tanagra-Wesen zu schenken, bin ich herzlich dankbar; wenn Sie's aberauch fertig bemalen sollten, so müssen Sie es doch nichtschicken, da dergleichen bei mir nicht fortkommt. Dieab-staubenden" Weibspersonen demolieren dergleichen unerbittlichund brechen alles, was vom Leibe absteht, sodaß die armenfeinen Ärmchen, Händchen und Füßchen überall in Schäch-telchen und Schälchen herumliegen, weil sie mich wegzu-werfen dauern, während die verstümmelten Figuren sich nichteinmal mehr kratzen können, wenn sie's beißt.

Der Grund meines Schweigens war ein schändlicherHaufen von Briefen, die sich zur Beantwortung angesammeltund mich melancholisch machten, so daß ich einfach zu strikenanfing und die Gerechten mit leiden ließ. Ich laboriere jetztnoch daran. Es gibt Leute, die einen gar nichts angehenund sich förmliche Korrespondenzen erzwingen wollen.

Das Schönste war vor Weihnachten eine Anzahl Exem-plare meiner eigenen Gedichte, die mir zukamen, um je eineDedikation hineinzuschreiben für die Frau, den Mann, denOnkel u. s. w. Das mußte ich dann wieder verpacken und