612 373. An Käthe Krveker-Freiligrath, 8. August 1887.
alles Gute und Heitere, dessen Sie sich erfreuen, erhaltenbleibe und sich vermehre, wo noch irgend ein Plätzchen bleibt!Vorzüglich soll es Ihnen noch lange vergönnt sein, dieteuerste Mama allsommerlich bei sich zu sehen, und mir,von Foreft Hill aus ihre anmutigen Botschaften zu em-pfangen!
Fräulein Melos schrieb mir am 19. Juli, Frau Freilig-rath werde vielleicht erst Mitte August nach Deutschland zurückkehren. Ich bin daher so frei, einen Brief für sie bei-zulegen, mit der Bitte um gütige Nachsendung, wenn sieschon abgereist sein sollte.
An Sie, verehrteste Tochter der Verehrten, lasse ichden „Martin Salander" abgehen, von dem Sie sprechen,möchte Ihnen aber nicht raten, das sehr problematischeBuch ins Englische zu übersetzen'). Es wurde nicht einmalin Deutschland verstanden, weil es nicht breit ausgeführtist. Überdies entbehrt das Buch des ursprünglich geplantenSchlusses, der Hauptbewegung und allerhand Spektakel bringensollte und nur wegen der vorgerückten Zeit durch das Ge-schick gekappt wurde. An der Stelle ist jetzt eine dürftigeSkizze. Die Engländer, welche an den Reichtum einesDickens rc. gewöhnt sind, würden die Beziehungen vollendsnicht herausfinden. In Deutschland bessert es sich allgemachein wenig, indem sie ansangen, das Ding zum zweitenMal zu lesen.