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Bayrische Landes-, Industrie-, Gewerbe- und Kunst-Ausstellung in Nürnberg 1882 : Offizieller Katalog / herausgegeben vom Bayrischen Gewerbemuseum in Nürnberg
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Gruppe IX. Nr. 959.

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Zinn- und Zinkguss. Das Zinngiessergewerbe, frühersehr bedeutend und hocbangesehen, ist im Laufe derZeiten von andern Gewerben sehr beeinträchtigt worden. DieKüchen- und Tafelgeschirre aus Zinn hat die Porzellanindustriean sich gezogen, die Trinkgefässe aus Zinn sind durch Glasund Steinzeug ersetzt worden. Nur als Beschläge für Trink-etc. Gefässe hat sich das Zinn noch in Geltung erhalten undhiefiir neue und schönere Formen gewonnen. Ausserdem findetZinn Verwendung für technische Zwecke und namentlich fürSpielsachen. Die Zinnspielwaaren sind eine moderne Berühmt-heit namentlich Nürnbergs geworden.

Da früher dem Zinn regelmässig Blei zugesetzt wurde,wodurch eine mehr oder weniger gesundheitsschädliche Misch-ung sich ergab, so versuchte man in den dreissiger Jahrendieses Jahrhunderts das Zinn statt mit Blei mit Antimon zulegiren. Das auf diese Weise gewonnene Britanniametallzeichnet sich durch schöne Farbe, Steifheit, Härte, Politurfähig-keit und vorzügliche Gussfähigkeit aus.

Während man früher für Zinngüsse sehr häufig Formenvon Sandstein und selbst von gebranntem Thone gebrauchte,wendet man jetzt für flachere Gegenstände Schiefer, für vollereGusseisenformen an, die selbst die theureren und nicht bes-seren Messingformen verdrängen. Britanniametall wird fastnur in eisernen Formen gegossen.

Zinngiesser hatte Bayern 1875 7 20, welche in 488 Be-trieben arbeiteten.

Der Zinkguss wurde zuerst von der k. Eisengiesserei inBerlin 1832 eingeführt und kam rasch in Aufnahme wegenseiner wohlfeilen, leichten und fehlerfreien Darstellung undseiner Dauerhaftigkeit. In Bayern ist diese Industrie sehrunbedeutend; es bestanden 1875 nur 2 Betriebe mit 37 Arb.

1585 wurden die Blei- und Galmeibergwerke beiInzell am Rauschenberg erwähnt. 1682 lieferten sie einenReinertrag von 51,142 fl. 1776 gingen sie ein. AufBleierz baut zur Zeit eine Zeche Vesuv bei Freihung un-fern Vilseck , wo in alter Zeit ein ausgiebiger Bergbau blühte.Das vorkommende Erz ist Bleiglanz und Weissbleierz, welcheeinen weisslichen Keupersandstein in wechselnden Lagen biszu 3 m Mächtigkeit imprägniren. Der gegenwärtig noch vor-herrschend in der Vorrichtung befindliche Bergbau förderte1880 280 t im Geldanschlag von 26,800 M. mit 189 Arbeiternzu Tag.

959- Gravirte Bierglas-deckel von Britanniame-tall. G. Waltenberger,

Zinngiesserei u. Graviranstalt,Aibling .

lrämiirt; Wien 1873, Anerk.-Dipl.,