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Bayrische Landes-, Industrie-, Gewerbe- und Kunst-Ausstellung in Nürnberg 1882 : Offizieller Katalog / herausgegeben vom Bayrischen Gewerbemuseum in Nürnberg
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Gruppe IX.

Die einst so blühende Eisenindustrie Bayerns , namentlich inder Oberpfalz, in der Pfalz und in einem Theil von Unter-franken ist in Folge der gesteigerten Holzpreise, der weiterenEntfernung von Kokesbezugsorten und der anstürmenden Kon-kurrenz wohlfeiler producirender Hütten in neuerer Zeit starkin Rückgang gekommen. Hiervon gibt die nachfolgendeZahlenreihe der Hochöfen ein für sich sprechendes Bild.

In Betrieb waren: 1858 1868 1878 1880

Holzkohlenhochöfen... 77 20 5 5

Kokeshochöfen. 2 1 2

Von diesen Hochöfen standen mehrere nur zeitweise in Be-trieb, so dass die Gesammtproduktion sich verhältnissmässigniedrig stellt. Erzeugt wurden 1880: Roheisen in Gängen inOberbayern 1572,5 t, in der Oberpfalz 24,594 t, in der Pfalz 3126 t. Gusseisen aus dem Hochofen: in Oberbayern 398,7 tin 2 Hochöfen, in der Oberpfalz 528,4 t in 4 Hochöfen, inder Pfalz t in 1 Hochofen. Davon treffen auf Staatswerke1647 t. auf Privatwerke 28,753 t. Weiter wurden erzeugt:Gusswaaren aus zweiter Schmelzung 27,770 t auf 60 Werken,Stabeisen 66,787 t auf 26 Werken, Schwarzblech 2270 t auf5 Werken, Eisendraht 2637 * au f 1 Werk, Stahl 760 t aufI Werk. Die Gesammt-Eisenhiittenprodukte repräsentiren einenWerth von 18,908,147 M., wobei 4780 Arbeiter beschäftigtwaren.

Schlosser- und Schmiedewaaren. Die Herstellungder Schlösser, welche früher sich vorzüglich darauf ver-legte , eine vielseitige und komplizirte Anordnung mitgeschmackvoller Dekoration zu verbinden , hat in derNeuzeit einerseits in den Fabrikbetrieb sich begeben, an-dererseits durch besondere Vorrichtungen deren Sicher-heit gegen unbefugtes Oeffnen zu verstärken gesucht. InBezug auf Ersteres war Mannhard in München bereits 1834für seine Maschine zur fabrikmässigen Herstellung von Schlös-sern ausgezeichnet worden. Die Mannhardtsche Maschine gingdann in den Besitz des Schlossermeisters Schörg in München über, dessen damit verfertigte Fabrikate 1850 von der öster-reichischen Kommission angekauft wurden. In Bezug aufLetzteres ging man mehr und mehr von der schon im 16. Jahr-hundert beliebten Art ab, durch Häufung wunderlicher Vexir-einrichtungen eine besondere Sicherheit zu begründen undman versuchte auf Grund des Brahma- (1784) und Chubb-schlosses (1818) mehr wissenschaftliche Lösungen. Besondersbegünstigt wurde diese Richtung durch die Feuer- und Diebs-sicheren Dokumenten- und Geldschränke. Einen ganz wesent-lichen Aufschwung haben, unterstützt durch unsere Museen