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Geschichte der Physik : Vorlesungen gehalten an der Universität zu Berlin / J. C. Poggendorff
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GroJse der Erde.

Norden und Süden weit überschritten finden, so liefsensie doch die Möglichkeit von Bewohnern zu, die nur dia-metral gegenüber lebten und ihre Fülse den unsrigen zu-kehrten, sie statuirten also Antipoden. Die Lehre vonAntipoden findet sich schon bei Plato , und einige schreibensie sogar dem Pythagoras zu.

Aber neben diesen ganz richtigen Ansichten findenwir auch sehr viele Irrthümer und Vorurtheile. So z. B.sind sie offenbar über das wichtigste astronomische Phä-nomen für die Physik der Erde, über die Jahreszeiten,nicht ins Klare gekommen. Abgesehen nämlich davon,dals sie das scheinbare Auf- und Absteigen der Sonne füreine wahrhafte Bewegung dieses Gestirns in Richtung desMeridians ausgaben, und über den Grund dieser Bewe-gung keine Auskunft zu geben vermochten, hatten sie aucheine falsche Vorstellung über die Ursache der mit diesemAuf- und Absteigen verknüpften Temperaturschwankungen.Sie schrieben diese einer periodischen Veränderung in demAbstande der Sonne von der Erde zu, während sie inWirklichkeit blois von der verschiedenen Neigung derSonnenstrahlen gegen den Horizont oder die Erdaxe her-rührt.

23. Ebenso unvollkommen blieb bei den Alten diephysikalische Geographie im engeren Sinne des Worts,die Lehre von den physikalischen Erscheinungen auf derOberfläche der Erde, soweit sie das Land und das Wasserbetrifft. Sie hatte ungefähr gleichen Charakter mit ihrerMeteorologie, d. h. sie kannten historisch und empirischdie meisten der hierher gehörigen Erscheinungen, verstandenaber nicht, sie zu verknüpfen und auf ihre Ursachen zurück-zuführen.

Eine Geologie, die da Rechenschaft gegeben hätte vonder Entstehung der Gebirge, der Vulkane, Erdbeben undähnlichen Erscheinungen, existirte noch nicht bei ihnen,oder es waren die Bemühungen so unvollkommen und ver-kehrt, dafs sie für die Folgezeit von keinem Einfluls aufden Gang der Wissenschaft wurden. Allenfalls könnte