88
Schiefspulver.
nesen, Japaner und Inder, wie wenig auch sonst ihrenAngaben über das hohe Alter der von ihnen gemachtenErfindungen immör zu trauen ist, s haben ganz sicher dasSchieispulver weit früher gekannt als die Europäer . Mandarf dies um so weniger in Zweifel ziehen, als uns eben-falls die Kenntnils des Salpeters aus Osten zugekommenist, und die Araber und Türkeix sich des Schiefspulversschon sehr frühzeitig gegen die Griechen und Kreuzfahrerbedienten, und dasselbe vermuthlich von den Chinesen direktoder durch Vermittelung dazwischen liegender Völkerschaf-ten kennen lernten. Man pflegt dafür auch sprachlicheGründe anzuführen, nämlich, dafs der Salpeter noch jetztbei den Persern Nemek Tschim, chinesisches Salz, heifseund bei den Arabern Thelz Sini , Schnee aus China .
Wie dem auch sein mag, so wird doch in den Krie-gen der Griechen und Kreuzfahrer mit den Saracenen sooft und unter solchen Umständen des Feuers als einerWaffe gedacht, dafs nicht daran zu zweifeln ist, es seidamit, wenigstens in vielen Fällen, das Schiefspulver ge-meint. Ebenso weils man, dafs die Tunesen schon 1085Maschinen auf ihren Schiffen hatten, mit denen sie Feuerwarfen, und wie ausdrücklich gesagt wird, unter donnern-dem Getöse. Eine gleich lautende Nachricht hat man vomJ. 1147, wo sich die Araber gegen die Spanier und gegendie Normannen in Lissabon mit Feuer und Feuergeschützvertheidigt haben sollen.
Rabbi Benjamin Ben Jona von Tudela , gewöhnlichBenjamin von Tudela genannt, ein Jude, der 1173 vonSaragossa aus im Glaubenseifer, um die versprengten Ueber-reste seines Volkes aufzusuchen, den gröfsten Theil vonAsien durchwanderte und bis China vordrang, ja selbstbis zu den Sundischen Inseln, erzählt, dafs er in Persien Feuerwerke gesehn, die man Sonnen nenne.
Auch selbst im Abendlande giebt es ältere Dokumenteüber die Kenntnils und Anwendung des Schiefspxdversals die Werke von Bollstaedt und Baco, denn es ist er-wiesen, dafs das Schielspulver schon im XII. Jahrhundert