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Geschichte der Physik : Vorlesungen gehalten an der Universität zu Berlin / J. C. Poggendorff
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Kopernikus.

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Kopernikus ist und bleibt ein hell leuchtendes Gestirnam Firmament der Wissenschaft; allein es ging zu einerZeit auf, wo der Horizont noch mannichfach von Nebelnumdüstert war. Die kopernikanische Lehre machte an-fangs selbst bei den Astronomen wenig Glück, das ptole-maeische Weltsystem war zu alt und stand zu sehr inAnsehen, als dafs es hätte auf einmal verdrängt werdenkönnen. Ihre ersten Anhänger fand die neue Lehre inDeutschland , doch auch hier nur in geringer Zahl; dahingehören:

Rhäticus (geb. 1514, gest. 1576), der schon früher ge-nannte Freund von Kopernikus .

Erasmus Reinhold (geb. 1511, gest. 1553), Professorzu Wittenberg , der sich indels nicht ganz vom ptolemaei-schen System trennen konnte, und daher seine Tabulaeprutenicae doppelt berechnete, nach dem System von Ptole-maeus und von Kopernikus . Die Tafeln waren dem Her-zog Albrecht v. Preulsen und Markgrafen v. Brandenburg gewidmet, daher ihr Name.

Christoph Rothmann , von 1577 an Astronom des Land-grafen Wilhelm v. Hessen-Kassel.

Michael Mästlin (Möstlin) geb. 1550 zu Göppingen inWürtemberg, gest. 1631, Professor der Mathematik undAstronomie zu Tübingen . Von diesem würdigen Manu,dem Lehrer des grolsen Keppler, sagt man, dafs er durcheine in Italien gehaltene Rede Galilei zum Anhänger deskopernikanischen Systems gemacht habe, obwohl er in seinerEpitome astronomiae, Tubing. 1682, noch das ptolemaeischeWeltsystem vorträgt.

Von Mästlin ist auch das aschfarbene Licht des Mondesvor und nach seiner Konjunktion mit der Sonne, das Lu-men secundarium, Lumiere cendree zuerst richtig durch dasvon der Erde auf den Mond zurückgeworfene Sonnenlichterklärt. Noch Tyclio läfst es durch Reflex des Sonnen-lichts an der Venus entstehen.

Im Ganzen machte die Anerkennung der kopernika-nischen Lehre in den ersten 40 bis 50 Jahren nur geringe

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