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Geschichte der Fernröhre.
einem Holländer ein Fernrohr zu Kauf angeboten, alleinda das Objektiv einen Rifs hatte, und der Verkäufer einenhohen Preis forderte, so wurde nichts aus dem Handel.Bimbach erzählte indefs nach seiner Rückkehr in Anspachdem dortigen Astronomen Marius (Mayr) von dem neuenInstrumente, und dies veranlafste den letzteren einen Versuchmit einem konvexen und einem konkaven Glase zu machen,welcher auch vollkommen gelang. Er wollte nun nachGypsmodellen, die er selbst machte, Linsen von gröfsererBrennweite in Nürnberg anfertigen lassen, allein der Künstlerbrachte diese Gläser nicht zu Stande. — Simon Marius ,eigentlich Mayr, war geh. 1570 zu Gunzenhausen , undstarb. 1624 zu Anspach als Hofastronom des MarkgrafenGeorg Friedrich.
Im Sommer 1609 bekam endlich Bimbach ein gutesFernrohr (aus Holland ?), und mit diesem stellte Mariussogleich Beobachtungen am Himmel an, durch die erspäterhin mit Galilei in Streitigkeiten gerieth. Er will dieJupitermonde schon am 29. December 1609 entdeckt haben,ist aber mit seinen Ansprüchen erst aufgetreten, nachdemGalilei längst diese Entdeckung als sein Eigenthum veröffent-licht hatte. Marius spricht von seiner Beobachtung in demvon ihm herausgegebenen Fränkischen Kalender oder Practicavon 1612, und in seinem 1614 zu Nürnberg erschienenenMundus jovialis anno 1609 detectus ope perspicilli belgici 1 ').Er nannte die Jupitermonde Sidera brandenburgica zuEhren der brandenburgischen Markgrafen Friedrich, Chri-stian und Joachim Ernst, die ihn drei Jahre lang in Italien hatten studiren lassen, und zuletzt als Mathematiker be-soldeten.
Aufser diesen astronomischen Entdeckungen suchte sichMarius auch die Erfindung des Proportionalzirkels, denebenfalls Galilei angegeben hatte, zuzueignen, so dafs manes dem grofsen Florentiner nicht verargen kann, wenn ergegen Mayr, der früher in Padua sein Schüler gewesen