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Geschichte der Physik : Vorlesungen gehalten an der Universität zu Berlin / J. C. Poggendorff
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Scheinet'.

lassen, weil man nach damaliger aristotelischer Lehre dieSonne für das reinste Feuer hielt.

Die Briefe, die späterhin im Druck erschienen sind,datiren vom 12. November, 19. December und 26. Deeem-ber 1611. In dem ersten sagt er, dals er ungefähr vor7 bis 8 Monaten, also im April oder Mai 1611, schwarzeFlecke auf der Sonnenscheibe beobachtet habe. Welser schickte diese Briefe an Galilei , um sich dessen Meinungüber die angebliche Entdeckung auszubitten, worauf dieserantwortete (4. Mai, 14. August, 1. December 1812), er habedie erwähnten Flecke ebenfalls, und zwar schon im Ok-tober 1610, gesehen und sie damals mehreren Personengezeigt.

Es kann wohl keinem Zweifel unterliegen, dals Galilei der Zeit nach die Priorität in dieser Entdeckung hat, aberman mufs auch andererseits zugeben, dals Sclieiner nichtsvon den Arbeiten des italienischen Forschers gewulst, unddarum ebenfalls ein Anrecht auf diese Entdeckung habe.Weit mehr trifft ihn der Vorwurf, dals er seine Entdeckungnicht recht verstanden hat, denn er hielt die Flecke fürdunkle Körper, kleine Planeten, die um die Sonne liefen,schlois aber doch aus ihrer Bewegung auf die Axendrehungder Sonne, weil er sich einbildete, die vermeintlichen Pla-neten befanden sich auf oder dicht an der Oberfläche derSonne. Dals es Planeten seien, glaubten auch Jlalapertius,welcher darüber schrieb Sidera austriaca periheliaca, Duaci1627, und Johann Tarde, Verfasser der Sidera borbonia ,/also maculae solis nuncupata, Parisiis 16202)

Späterhin, als ihm freilich die Beobachtungen vonGalilei schon bekannt waren, kam er von seinem Irrthumzurück, und da erwarb er sich denn auch um die Sonnen-flecke ein Verdienst, welches ihm unbedenklicher zuge-sprochen werden kann, als das der ersten Entdeckungderselben. Dieses Verdienst bestand darin, dass er dieFlecke zuerst anhaltend beobachtete, und somit ihre Be-

) Fischer, Gesch. d. Phys. I, 121.