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Geschichte der Physik : Vorlesungen gehalten an der Universität zu Berlin / J. C. Poggendorff
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Scheiner.

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Erscheinung tritt nur ein, wenn die Strahlen sich vor oderhinter der Netzhaut kreuzen; sie verschwindet für ein kurz-sichtiges Auge, wenn man eine konkave Linse vorhält, fürein weitsichtiges durch eine konvexe 1 ).

Aufserdem hat Scheiner sich noch bekannt gemachtdurch die recht genaue und mit Messungen begleitete Be-schreibung eines ausgezeichneten Falles von dem Phänomender Nebensonnen, welches er am 20. März 1629 zu Rom beobachtete, daher man es auch wohl das römische Phä-nomen genannt hat. Es bestand aus zwei koncentrischenfarbigen Kreisen um die Sonne, und einem sehr grofsenhorizontalen farblosen Kreis durch die Sonne, nebst 4 Neben-sonnen auf diesem und 2 andern über der Sonne auf denfarbigen Ringen 2 ) (s. §. 266).

Scheiner ist auch Erfinder des nützlichen Instrumentszum Kopiren von Zeichnungen im verkleinerten oder auchvergröfserten Malsstab, welches man Storchschnabel, Panto-graph, Parallelogramme ä reduction, genannt hat. Er machtediese Erfindung 1603, beschrieb sie aber erst 1630 in seinerPantographia.

Alles dies legt ein hinreichendes Zeugnifs von demEifer und den Fähigkeiten Scheiner’s ab, und wir wollendaher annehmen, dafs er weniger durch Ueberzeugung alsdurch sein Verhältnifs zur Kirche veranlafst ward gegendas kopernikanische System aufzutreten, wie er dies thatln seiner Schrift : Prodromus pro sole mobili et terra stabilicontra Galileum de Galileis, posth. 1651. 3 )

') Wilde, Gesch. der Optik I, 214.

J ) Fischor, Gesch. d. Phys. II, 137.

3 ) Montu’cla, Hist, des matk. II, 300.