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dem Muster der holländischen angefertigt, d. h. aus einemkonvexen Objektiv und einem konkaven Okular zusammen-gesetzt. Allein in der Ausführung war es vollkommenerals die bis dahin konstruirten Fernröhre. Es gewährteeine 30 malige Yergrölserung und gab die Bilder mit einemsolchen Grad von Deutlichkeit, dals es zu astronomischenBeobachtungen brauchbar war, was wenigstens von demzuerst nach Italien gekommenen holländischen FernrohrNicht gesagt werden konnte. Noch im J. 1637 bezeugtKonstantin Huyghens, der Vater des berühmten ChristianHuyghens , in einem Briefe an Diodati, dals man selbst beidem ersten Erfinder der Fernröhre keins finde, mit demuian im Stande wäre die Jupitertrabanten zu beobachten.
Galilei säumte nicht sein Fernrohr gegen den Himmelzu richten, und sehr bald machte er damit Entdeckungen,die den Beweis ablegten, dals der Senat von Venedig seineFreigebigkeit an keinen Unwürdigen verschwendet hatte.Schon im Januar 1610 gelang es ihm bis dahin ungeseheneWeltkörper zu entdecken; es waren die Jupitertrabanten,drei davon sah er zuerst am 7. Januar 1610, den viertena »i 13. desselben Monats. Er nannte diese TrabantenSidera medicea zu Ehren des Hauses Medici , welches inseinem Vaterlande Toskana regierte.
Diese und ähnliche Beobachtungen über die Berge imMond, zu deren Höhenmessung er ein einfaches Verfahrenuugab; über die Milchstralse, an welcher er die schonlängst gehegte Vermuthung, dals ihr Schimmer der ver-cinte Glanz zahlreicher kleiner Sterne sei, thatsächlich näch-stes; über Nebelsterne u. s. w. machte er bald darauf ineinem Werke bekannt, welchem er den Titel gab Nuntiusöderem Venedig 1610, und welches er an mehrere Mon-archen Europas sandte, wohl nicht ohne Absicht und ohneBoffnnng auf reiche Belohnung, die ihn auch wohl bewogden Namen Medici in die Gestirne zu versetzen.
Bei letzteren hatte Galilei sich in der That nicht ver-lohnet! Sei es nun in aufrichtiger Anerkennung der glän-zenden Entdeckungen, oder aus Dankgefühl für die damalsnoch unerhörte Apotheose, genug, als Cosimo II. , der schon