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Geschichte der Physik : Vorlesungen gehalten an der Universität zu Berlin / J. C. Poggendorff
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Thermometer.

hitzen in Luft verwandeln könne. Ich habe nicht Gelegen-heit gehabt das Werk zu sehen, aber es wäre nicht daserste Mal, dal's sich eine solche Angabe traditionell voneinem Buch ins andere fortpflanzt. Freilich spricht Drebbel in jenem Werk, welches ursprünglich holländisch geschriebenist und nach Bnrckhardt ') bereits 1608 erschien, auch vonder Ausdehnung der Luft durch die Wärme, aber was erdavon sagt, ist dem, was Porta in seinen Pneumaticis an-giebt, in den Worten so ähnlich, dals man allen Grundhat zu glauben, es sei aus des Letzteren Werk entnommen.

Porta hätte mindestens ebenso viele Ansprüche alsDrebbel, denn in seinem Werke Pneumaticorum libri tresfindet sich sogar ein therinometerartiges Instrument be-schrieben und abgebildet. Diese Beschreibung findet sichaber nicht in der ersten lateinischen Ausgabe von 1601,sondern in der italienischen Uebersetzung vom J. 1606, sodafs es sehr wahrscheinlich ist, dafs der Verfasser unter-defs von (ialilei’s Instrument Kunde erhielt. Porta hättedanach das Verdienst, das Instrument zuerst beschriebenzu haben. * 2 )

Selbst wenn man absehn wollte von Saiitorio, Sarpi undPorta, würde man Drebbel noch keine begründeten An-sprüche auf die Erfindung des Thermometers vindicirenkönnen, denn es giebt noch ein Dokument, welches älterist als das Drebbel ’sche Werk. Es ist die ftlatematicamaravigliosa verfafst zu Rom 1611 vom Ingenieur Telioux,einem Kommentator des Hero. In diesem Werke, welcheshandschriftlich in der Bibliothek des Arsenals aufbewahrtwird, findet sich ein Luftthermoskop beschrieben, dessenEinrichtung schon vollkommener ist als das von Porta ab-gebildete, obwohl nicht mit Gewitsheit hervorgeht, wieLibri behauptet 3 ), dafs dabei der Luftdruck ausgeschlossenwar. Es bestand aus einer Glasröhre, die an dem einen

') Poggend. Ann. CXXXII1, 681.

Libri , Hist. etc. TV, 469.

3 ) Libri , ibid. IV, 471.