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In der Optik war Merseune nahe daran eine wichtigeErfindung zu machen, niimlich die der Spiegelteleskope(Phaenomena hydraulico-pneumatica pag. 96). Er schlugvor zwei parabolische Hohlspiegel gegen einander anzu-wenden, einen gröfseren auf den fernen Gegenstand ge-richtet, und einen kleineren nahe am Brennpunkt desersteren, damit er die konvergirend auf ihn fallendenStrahlen parallel zurücksende in das Auge durch ein Lochim grofsen Spiegel, das nicht gröfser ist als die Pupille.Er liefs es indefs bei dem Vorschlag bewenden, bei wel-chem übrigens das Glas vor dem Auge vergessen war,weil ihm Descartes verschiedene Einwendungen machte,welcher die Herstellung der parabolischen Spiegel äufserstschwierig, die Annäherung des Auges an den kleinenSpiegel zu gering fand, und hinsichtlich der Länge desInstruments und seiner Helligkeit keinen Vortheil vor dendioptrischen Fernrohren sah '). So ist Merseune denn umdie Ehre der ersten Ausführung eines Instruments ge-kommen, das jedenfalls vollkommener war, als das, welchesZucchi 20 Jahre früher erdachte und sogar darstellte.
Nicola Zucchi, ein Jesuit, geb. 1586 zu Parma undgest. 1670 zu Rom , hat schon im J. 1616 die Idee zumSpiegelteleskop gefafst und auch so weit roh ausgeführt,als er mittelst einer konkaven Linse in passender Ent-fernung in den Hohlspiegel sah 2 ). Derselbe Zucchi sollauch nach Bailly’s Zeugnifs (Hemme complet de Vastronomie,l J aris 1825) die Flecken und Fackeln im Jupiter zuerstgesehen haben.
Aus allem, was ich von Merseune angeführt, gehthervor, dafs er kein Physiker ersten Ranges war. SeinHauptverdienst möchte wohl in seiner brieflichen Thätig-keit bestehen, wodurch er den Mangel eines physikalischenJournals damaliger Zeit ersetzte und viel Gutes stiftete,mitunter aber auch Unheil anrichtete. Denn so verwickelte
') Wilde, Gesch. d. Optik I, 309.a ) Wilde, Gesell, d. Optik I, 307.