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Geschichte der Physik : Vorlesungen gehalten an der Universität zu Berlin / J. C. Poggendorff
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Leopoldinische Akademie.

Der Idee nach sollte diese Akademie eine allgemeinefür ganz Deutschland sein, und da es damals an einemgemeinsamen Mittelpunkt gebrach, so wurde festgesetzt,dafs das Präsidium nicht an einen bestimmten Ort gebun-den sein sollte, sondern allemal dort, wo der jedesmaligePräsident seinen Wohnsitz hätte.

Akademien und gelehrte Gesellschaften sind oflenbarnur für groi'se Städte geeignet, die in sich selbst einenreichen Schatz von wissenschaftlichen Ilülf'smitteln dar-bieten, und einen zahlreichen Verein von Gelehrten ein-schlielsen. Wenn die Mitglieder einer Gesellschaft übereine ganze Provinz oder wohl gar über ein grofses Reichzerstreut leben, so fällt das hauptsächlichste Belebungs-mittel, der persönliche Umgang und die mündliche Be-sprechung, entweder ganz fort oder wird doch sehr er-schwert, und an ein gemeinsames Streben, an ein Zusam-menwirken als Körperschaft, ist nicht füglich mehr zudenken.

Aus diesem Grunde vornehmlich ist denn auch dieLeopoldinische Akademie der Naturforscher niemals zurechter Kraft und Wirksamkeit gediehen, und vollendshat sie an Bedeutung verloren, seitdem in Berlin undMünchen besondere Akademien für Preufsen und Bayern gegründet worden sind. Sie existirt noch gegenwärtig,aber ihre Existenz beschränkt sich lediglich darauf, dafsab und zu aus den von der Regierung dazu angewiesenenFonds ein Band von Abhandlungen gedruckt wird, dietheils wegen ihres Inhalts, theils wegen Kostbarkeit derKupfertafeln keinen anderweitigen Eingang in das Publi-kum zu finden wissen. Meist sind sie naturhistorischenInhalts, und dasselbe gilt auch von der laugen Bändereihe,welche die Akademie seit dem Jahre 1670 unter verschie-denen Titeln herausgegeben hat.

1) Miscellanea curiosa s. Ephemerides 1670 — 1706,

XXX Vol.

2) Ephemerides 12— 1722, V Vol.

3) Acta phys. med. 1722—1754, X Vol.