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Geschichte der Physik : Vorlesungen gehalten an der Universität zu Berlin / J. C. Poggendorff
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Leistungen in Deutschland .

und setzte den Stempel mit einem Hebel in Verbindung,wodurch er leichter regiert werden konnte. Die Stelle,wo der auszupumpende Ballon an den Stiefel geschraubtwurde, umgab Guericke mit einem Trichter, um denselbenmit Wasser zu füllen, und somit einen dichten VerschluJ'szu erlangen, den er auf andere Weise noch nicht zu er-zielen vermochte.

Unstreitig ist Guericke der wahre Erfinder der Luft-pumpe, und man hat daher dasselbe Recht das unvollständigeVakuum, welches sich mit diesem Instrumente darstellenläfst, das Guericke ’sche Vakuum zu nennen, wie man dasvollkommenere über dem Quecksilber im Barometer dasTorricelli ’sche Vakuum heilst. Einige Engländer pflegenwohl nach ihrem Landsmann Boyle das Vakuum der Luft-pumpe das Bovle’sche Vakuum zu nennen, aber sehr mitUnrecht, denn Boyle hat die Luftpumpe nicht erfunden,sondern nur verbessert, und zu vielen recht geschicktenVersuchen benutzt. Er selbst läfst Guericke alle Gerechtig-keit widerfahren, und erkennt ihm mit gebührendem Lobedie Ehre der Erfindung zu. Boyle lernte die Luftpumpedurch Caspar Schott in Würzburg kennen, einen Jesuiten ,der mit Guericke in ßriefverkehr stand, und mit dessenErlaubnils das neue Instrument im J. 1657 in seiner Me-chanica hydruulico -pneumatica beschrieb.

Es kann auch Guericke’s Verdienst nicht schmälern,dals man schon von Alters her Pumpen und Spritzen vonkleineren und grölseren Dimensionen hatte, und dals es umdie Mitte des XVII. Jahrhunderts, wie der eben genannteCaspar Schott bezeugt, dergleichen Instrumente in Deutsch-land gab, die das Wasser hoben oder fortspritzten. Dennalle diese Instrumente waren nur zum Pumpen von Wasserbestimmt, und überdies besalseu sie nur Ventile, keinenHahn, den Guericke hier zuerst angewandt hat. Wollteman der Wasserpumpen und Spritzen wegen Guerickeudie Erfindung der Luftpumpe absprechen, so mül'ste manauch Torricelli das Barometer streitig machen, denn jedePumpe ist, wenn man will, ein Wasserbarometer.