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Mariotte.
217. Eine ebenso wichtige Beobachtung wie die überdas Sehen hat Mariotte über die strahlende Wärmegemacht, obwohl man zugeben mufs, dafs er selber dieganze Wichtigkeit derselben nicht eingesehen hat. Erbeobachtete nämlich zuerst, dal's während die Wärme derSonnenstrahlen ein Glas so gut wie ungeschwächt durch-dringt, die Wärme von einem gewöhnlichen Feuer dadurchfast ganz zurückgehalten wird. Er koncentrirte nämlichdie Wärmestrahlen eines Kaminfeuers durch einen Brenn-spiegel, und sie bewirkten jetzt auf der Hand eine kaumerträgliche Hitze; sobald er aber eine Glasplatte vorschob,war die Empfindung fast vollkommen verschwunden, ob-wohl das Licht dieser Kaminstrahlen keine sichtbareSchwächung erlitten hatte. Diesen Versuch, dessen Wichtig-keit erst in neuerer Zeit durch Melloni nachgewiesen ist,hat Mariotte in seinem Traite de la nature des couleursbeschrieben. 1 )
In einer anderen Abhandlung zeigte Mariotte, dafsman aus Eis einen Brennspiegel verfertigen könne, sagtaber dabei, dafs schon andere Personen, welche er jedochnicht nennt, dasselbe versucht hätten. Mittelst eines solchenEisspiegels brachte er Schieispulver zum Verpuffen. 2 )
Endlich mufs ich noch erwähnen, dals Mariotte nichtallein bei den Winden, sondern auch bei den Quellenseinen Namen in der physikalischen Geographie zu er-halten gewufst hat, nämlich bei der Frage, woher dieQuellen ihr Wasser nehmen? — Nach Beobachtungen, dieschon damals in Dijon angestellt waren, setzte er die in 1Jahre fallende Regenmenge auf 15 Zoll Höhe; dann schätzteer das Flufsgebiet der Seine auf 3000 französische Quadrat-meilen (lieues) und die jährlich durch Paris fliefsendeWassermenge der Seine auf 105,120 Millionen Kubikfül s>Daraus berechnete er, dafs die Seine zu Paris noch nichtden 6. Theil des atmosphärischen Niederschlags fortführe.
') Poggendorff, Ann. XXXV, 112.J ) Oeuvres de Mariotte II, 607.