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Geschichte der Physik : Vorlesungen gehalten an der Universität zu Berlin / J. C. Poggendorff
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Cassini.

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sollte, und bei welcher, wie ich früher erwähnte, ihm vonflorentiner Seite Viviani beigegeben war (§ 162). Im J. 1663ernannte ihn Mario Chigi, der Bruder des Papstes, zumGeneral-Inspektor der Befestigungen des Schlosses vonUrbino .

Beobachtungen und Tafeln über die Jupitertrabanten,welche Cassini herausgegeben hatte und Picard in dieHände gefallen waren, brachten diesem eine solche Meinungvon ihm bei, dafs derselbe den Minister Colbert anging,Cassini nach .Frankreich zu berufen. Das geschah auchund Cassini, obwohl anfangs wenig geneigt dem Rufe zufolgen, kam im J. 1669 nach Paris . Er wurde zum Mit-glied der Akademie und königl. Astronomen ernannt; imSeptember 1671 eröffnete er an der neu erbauten Stern-warte sein Amt, und stand demselben 41 Jahre mit einerunglaublichen Thätigkeit vor.

In seinem Vaterlande hatte er bereits 18 verschiedeneSchriften astronomischen Inhalts, theils in italienischer,theils in lateinischer Sprache, herausgegeben. Von derZeit an, da er sich in Paris niederliefs, publicirte er inden Denkschriften der Akademie nicht weniger als 176 Ab-handlungen, von denen 165 astronomischen und 11 physi-kalischen Inhalts waren. Aufserdem verfafste er noch6 besondere Werke und hinterliefs 3 unvollendet, unterwelchen eine Cosmographie in italienischen Versen. AmEnde dieser langen und rühmlichen Lebensbahn verlor erdas Gesicht, und verschied zuletzt ohne alle Krankheitum 14. September 1712 in dem hohen Alter von 87 Jahren.Durch ihn ist Frankreich noch mit drei ausgezeichnetenAstronomen bereichert worden; diese sind:

1) Jacques Cassini , der jüngste Sohn von Domenico,geb. zu Paris 1677 und gest. 1756, von dem später nochausführlicher die Rede sein wird (§ 314); ebenso von

2) Cesar Francois Cassini de Tlinry, Sohn von Jacques ,also Enkel von Domenico, geb. zu Paris 1714 und gest.1784.

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