Gestalt der Erde.
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Um dieselbe Zeit beschloi's die pariser Akademie einsihrer Mitglieder mit Namen Richer (gest. 1696) zum Be-hüte astronomischer Beobachtungen nach Cayenne zu sen-den. Er reiste Ende 1671 ab, kam dort im April 1672an und kehrte 1673 zurück. Unter den von ihm ge-machten Beobachtungen war eine besonders auffallend.Er fand nämlich, dals seine aus Paris mitgebrachte Pendel-uhr in Cayenne täglich um 2 Minuten zu langsam ging,so dafs er, um ihr einen richtigen Gang zu geben, ge-nöthigt war das Pendel um £ Linien zu verkürzen. Beiseiner Rückkehr nach Paris ging nun diese Uhr zu schnell,und damit ihr Pendel wieder Sekunden gebe, mufste eres um jene | Linien verlängern.
Die Sache erregte Erstaunen unter den pariser Ge-lehrten, und man glaubte ziemlich allgemein Richer habesich geirrt. Indefs einige Jahre darauf wurde dieselbeBeobachtung an mehreren Punkten der afrikanischen Küsteund der westindischen Inseln durch Varin und Desliayesganz in derselben Weise gemacht. Nun war an der Sachenicht mehr zu zweifeln, und es galt vielmehr sie zu er-klären. Die meisten Akademiker glaubten, die Verlang-samung des Ganges der Uhr sei eine Wirkung der Wärme,welche das Pendel verlängert habe. Eine solche Ver-längerung mufste das Pendel in den tropischen Gegendenallerdings erlitten haben, allein der Betrag der beobachtetenVerlangsamung war doch zu grofs, als dafs er der Haupt-sache nach aus dieser Quelle abzuleiten war.
Das sah nun Huyghens zuerst ein; obwohl er sichanfänglich mit seiner Meinung nicht übereilte, sprach ersie doch bald darauf sehr bestimmt aus. Er zeigte, dafsauf der Erde in Folge ihrer Rotation die Schwerkraftnothwendig von den Polen nach dem Aequator abnehmenmüsse, und zwar aus einem doppelten Grunde. Einmal,weil die Körper von den Polen nach dem Aequator einenimmer grölseren Kreis beschreiben und damit die Schwung-kraft wachse, und zweitens, weil die Richtung der Schwung-kraft von den Polen nach dem Aequator hin immer mehr
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