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Geschichte der Physik : Vorlesungen gehalten an der Universität zu Berlin / J. C. Poggendorff
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Newton.

mufs nach Osten von der Lothrechten abweichen, undzwar deshalb, weil der Punkt, von dem er herabfällt, einengröfseren Kreis im Sinne der Bewegung der Erde beschreibtals der Boden, und weil er demgemäis auch eine gröl'sereGeschwindigkeit besitzt als dieser, auch dem fallendenSteine diese gröfsere Geschwindigkeit mitgetheilt wird.Die Abweichung des fallenden Körpers von der Vertikalennach Osten ist also ein direkter Beweis von der Rotationder Erde.

Der Vorschlag fand bei der königl. Gesellschaft groisenBeifall, und sie trug ihrem Experimentator Hooke auf, dieVersuche sobald als möglich anzustellen. Allein dieserzögerte, und statt in der nächsten Sitzung die Resultatevon Versuchen mitzutheilen, las er erst sein Antwort-schreiben an Newton vor, worin er behauptete, die fällendeKugel müsse nicht genau nach Osten, sondern nach Süd-ost ab weichen, sie würde im luftvollen Raum eine excen-trische elliptische Spirale, im luftleeren Raum eine excen-trische Ellipse beschreiben, und keine Spirale wie Newtonzu glauben scheine. Die Gesellschaft drang nun wieder-holt auf Ausführung der Versuche, und wirklich gab Hooke am 10. Dec. 1679 Bericht von einigen, die er angestellt.Sie waren aber sehr ungenügend, da die Fallhöhe nichtmehr als ‘27 Fufs betrug, und gaben daher kein Resultat.Man mufs das wohl gefühlt haben, denn weder in denProtokollen der Gesellschaft, noch in den Philos. Trans-actions, die noch dazu aus einem nicht bekannten Grundevon 1679 bis 1683 suspendirt wurden, findet sich eineweitere Nachricht über dieselben.

Erst in neuerer Zeit ist Nowton’s sinnreicher Vorschlaggerechtfertigt worden und zwar mehrfach:

1) halbwegs im J. 1791 von Gugliehnini auf demThurm degli Asinelli zu Bologna . Die Fallhöhe betrug90 Fufs;

2) vollständig 1802 durch Benzenberg auf dem Mi-chaelisthurm zu Hamburg . Fallhöhe 235 Fufs;