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Geschichte der Physik : Vorlesungen gehalten an der Universität zu Berlin / J. C. Poggendorff
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743
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Zeitgenossen Newton’s.

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Halley häufig dem letzteren zugeschrieben, der indefs garkeinen Antheil an ihr hat. Wenn übrigens Halley auchin der Erklärung der Passate nicht glücklich war, somufs man doch anerkennen, dafs er uns sowohl über dieseWinde, wie über die im Indischen Meere herrschendenMonsoons (malayisch von Mussin Jahreszeit) die erstendetaillirten und übersichtlichen Nachrichten mitgetheilt hat,auch hat er von diesen Winden eine Karte gegeben 1 ).

Die Halley’sche Theorie fand zwar vielen Beifall, er-regte aber auch manche Zweifel, die Veranlassung gaben,dafs die Akademie der Wissenschaften zu Berlin auf dasJahr 1746 die Preisaufgabe stellte: das Gesetz zu be-stimmen, welches der Wind befolgen müsse, wenn dieErde überall mit Wasser bedeckt wäre.

-Man sieht die Aufgabe war aus einem rein mathe-matischen Standpunkt aufgefafst, und so waren auch dieAntworten. Von drei Abhandlungen, die einliefen, erhieltdie von d’Alembert den Preis. Sie ist als mathematischeArbeit recht schätzbar, hat aber nichts zur Lösung desProblems beigetragen. Die Herleitung des Passats vonder Erwärmung der Luft verwirft er gänzlich, und siehtdie Ursache dieses Windes allein in der Anziehung derSonne und des Mondes auf die Atmosphäre. Es ist übrigensmerkwürdig, dafs sowohl d’Alembert wie die ungenanntenVerfasser der beiden anderen Abhandlungen, die dasAccessit erhielten und auch gedruckt wurden, nur vonHalley sprechen, und Hadley’s auch nicht mit einer Sylbegedenken; offenbar haben sie seine Theorie gar nicht ge-kannt.

301. Ich kann das Kapitel von dem Winde nichtschliefsen, ohne nicht auch einiges von den Messungen derGeschwindigkeit oder Stärke desselben zu sagen, die ihrenAnfang gegen Ende des XVII. Jahrhunderts nehmen. Dieälteste Angabe über die Geschwindigkeit des Windesist wohl die, welche Mariotte in seinem Traite du mouve-

’) Philos. Transact. 1686; Acta Erudit. 1687, p. 509.