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Geschichte der Physik : Vorlesungen gehalten an der Universität zu Berlin / J. C. Poggendorff
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Zeitgenossen Newton’s.

Mariotte angestellte Rechnung über die Menge des me-teorischen Niederschlags, und die durch die Flüsse abge-führte Wassermenge beruhe auf willkührlichen Daten, wasallerdings schon wegen der ungefähren Schätzung desBetrags der Verdunstung nicht ganz ungegründet war.Nur eine Insel, fügte SMilean hinzu, könne richtige Datazu einem solchen Vergleiche liefern, und da lasse sichnach einem Ueberschlage zeigen, dafs auf England undSchottland kaum halb so viel Regenwasser falle, als zurUnterhaltung der Flüsse nöthig sei.

Um dieselbe Zeit etwa, nämlich in den Philos.Transact. für 1692 Q, sprach Halley seine Ansichten überVerdunstung und Entstehung der Quellen aus. Er stimmtzwar in so fern mit Mariotte überein, als er die Quellenaus atmosphärischem Wasser entspringen läfst, meint aberdoch, es sei das auf das Land fallende Regenwasser nichthinlänglich, um die Quellen und Flüsse zu speisen. Ernimmt daher an, sie erhielten ihre Hauptnahrung aus demvom Meere aufsteigenden Dampfe, der von den Windengegen die Gipfel der Berge geführt, und dort durch dieKälte zu Tropfen verdichtet würde. Er stützte sich dabeieinerseits auf Versuche, die er über die Gröfse der Ver-dunstung gemacht, und andererseits auf das Vorkommeneiner- Quelle auf der Spitze von St. Helena . Gegen dieseAnsicht machte Derham den Einwurf in seiner Physico-Theologia, dafs die Grafschaft Essex , worin er wohne,sehr reichlich mit Quellen und Bächen versehen sei, ob-wohl kein Punkt sich höher als 400 Fufs erhebe.

Bemerken will ich hier noch, dafs der zuerst vonSedileau gemachte Ueberschlag des Verhältnisses zwischendem niederfallenden Meteorwasser und dem durch Ver-dunstung und Flüsse abgeführten Wasser für England imJ. 1803 von Dalton nach etwas genaueren Daten wiederholtworden ist, aber mit einem gerade entgegengesetzten Re-sultate, denn Dalton findet, dafs das verdunstende und

) Phil. Transaet. abridged III, 387, 427.