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Geschichte der Physik : Vorlesungen gehalten an der Universität zu Berlin / J. C. Poggendorff
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Torsionswage.

selben Verfahren entgegengesetzte Elektricitäten, und beiMittheilung entgegengesetzter meist die zuerst angewandteElektricität allein an. Cavallo, der auf diese Uebelständeaufmerksam machte, sähe als die Ursache davon die Firnifs-schichten an, welche selbst Elektricität aufnehmen, behaltenund dadurch stark auf das Resultat einwirken *). Lichten-berg verwarf daher selbst bei dem einfachen Kondensatorden Firnifs, und schlug statt der Harzschicht eine Luft-schicht vor.

355. So viel nun auch bereits für die Kenntnifs derelektrischen Erscheinungen geschehen war, so blieb dochfür die Verknüpfung derselben durch eine genaue Theorienoch das beste, ja im Grunde alles zu thun übrig. Aepinusin seinem Tentamen theoriae electr. 1759, und späterCavendish in den Phil. Transact. 1771 hatten zwar ver-sucht eine mathematische Theorie der Elektricität aufzu-stellen, aber es fehlte ihnen doch an der Basis dazu, angenauen numerischen Daten zur Prüfung derselben. Esfehlte nicht allein an zuverlässigen Messungen, sondernauch an einer guten Methode dazu. Man hatte keine an-deren Mefswerkzeuge als die sogenannten Elektrometer,die aber ihrem Namen sehr unvollkommen entsprechen.Diese grofse Lücke wurde zuerst durch Coulomb ausgefüllt.

Charles Augustin Coulomb war geb. 1736 zu Angouleme .Er kam sehr jung nach Paris und zeigte bald eine ent-schiedene Vorliebe für die Mathematik, aber verschiedeneUmstände hinderten sich ganz dieser Wissenschaft zuwidmen; er trat vielmehr als Ingenieur ins Militär, undging als solcher nach den französischen Kolonien in West-indien . Neun Jahre verweilte er dort, und führte dieOberaufsicht über mehrere öffentliche Bauten, bis seinedurch das Klima geschwächte Gesundheit seine Rückkehrnach Europa nöthig machte. Nachdem diese erfolgt war,begann er bald darauf wissenschaftliche Arbeiten zu machen,die er von Zeit zu Zeit der pariser Akademie mittheilte.

') Fischer, Gesch. d. Phys. VTII, 403.