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Geschichte der Physik : Vorlesungen gehalten an der Universität zu Berlin / J. C. Poggendorff
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893
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Torsions wage. 893

1) Es giebt zwei elektrische Fluida, eine positive undeine negative Elektricität.

2) Die Theilchen einer jeden dieser Flüssigkeitenstofsen einander ab.

3) Die Theilchen der einen ziehen die der anderen an.

4) Die Anziehungen und Abstofsungen geschehen imumgekehrten Verhältnifs des Quadrats der Entfernungen.

5) Das elektrische Fluidum verbreitet sich auf Leiternnicht in Folge einer chemischen Affinität, sondern vertheiltsich unter ihnen nach ihrer Gestalt und Lage lediglichvermöge seiner Repulsivkraft.

6) Bei Leitern verbreitet sich das elektrische Fluidumnur auf der Oberfläche, ohne in das Innere einzudringen.

7) Bei Isolatoren dringt es dagegen auch ins Innere.

8) Das elektrische Fluidum bildet keine Atmosphäreum die Körper, sondern die elektrischen Attraktionen undRepulsionen geschehen durch eine actio in distans desFluidums, welches sich an oder in den Körpern befindet.

9) Im natürlichen Zustand sind beide Elektricitätenvereint in den Körpern und können daher keine Wirkungausüben, sie werden indefs getrennt durch das Reibenzweier Körper an einander, von denen der eine die posi-tive, der andere die negative aufnimmt.

Coulomb’s Arbeiten bilden gleichsam den Schlufssteinder Untersuchungen über die Erscheinungen der statischenElektricität, nicht allein für das XVIII., sondern auchweit hinein in das XIX. Jahrhundert. Auf sie gestützthat Poisson im J. 1811 und 1824 seine tiefen analytischenUntersuchungen über die Vertheilung der Elektricität aufLeitern unternommen, die zwar bis jetzt unsere Kenntnifsvon der Natur dieses räthselhaften Wesens nicht erweiterthaben, dennoch aber für die weitere Forschung in dieserRichtung von grofser Wichtigkeit sind.

Coulomb hat nach jener seinen Namen verewigendenEpoche noch lange gelebt und für die Wissenschaft ge-wirkt. In den Stürmen der Revolution, wo bekanntlich