Galvanismus.
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traf. Diese höchst wichtige Entdeckung war in ihren erstenAnfängen lediglich das Werk des Zufalls, welcher, wieüberhaupt in den Erfahrungswissenschaften, so auch spe-ciell in der Geschichte der Elektricitätslehre mehr als ein-mal eine grofse Rolle gespielt hat und überall immer spielenwird, sowie er nur dem rechten Mann in die Hände fällt,der ihn mit Geist zu benutzen versteht.
Solch ein Mann war Aloys Galvani , Professor derAnatomie und Geburtshülfe an der Universität zu Bologna .Seine Gattin litt an einem Brustübel und die Aerzte hat- 'ten ihr dagegen eine Brühe aus Froschschenkeln verord-net, wozu Galvani , im Anatomiren geübt und aus zärtlicherSorgfalt für seine Frau, die Frösche selber zu enthäutenund zu präpariren pflegte. Eines Abends nun, wo der-gleichen präparirte Frösche auf seinem Tische lagen, wolltees der Zufall, dafs der Gehülfe die Spitze des Skalpellsan die Kruralnerven brachte, und zugleich eine anderePerson ganz ohne alle Absicht eine im Zimmer befindlicheElektrisirmaschine drehte, und Funken aus deren Kon-duktor zog. Augenblicklich erfolgten heftige Zuckungendes Froschpräparats.
Galvani hatte eben das Zimmer verlassen, aber seineGattin befand sich noch darin, und sie war es eben, welche dieBemerkung machte, dafs der Frosch jedesmal zuckte, wennein Funke aus dem Konduktor gezogen ward. Sie eiltehinaus zu ihrem Mann, uin ihm die seltsame Beobachtungzu überbringen. Galvani kehrte sogleich zurück, über-zeugte sich von der Richtigkeit der Thatsache, und legtesich von nun an mit grofsem Eifer auf die weitere Ver-folgung derselben, da er in ihr die Bestätigung einer altenLieblingshypothese von einer den Thieren eigenen Elektri-cität zu erblicken glaubte.
So wurde er u. A. auch dahin geführt zu untersuchen,ob die atmosphärische Elektricität wohl ähnlich auf dasFroschpräparat wirke wie der Funke aus dem Konduktorder Maschine. Bei Gewittern fand er dies bestätigt; jederBlitz versetzte den präparirten Frosch in Zuckungen, da-
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