16
Morgen um etwa 40 Pf. verkauft, während im Jahr 1833 um ^Kirchhcim sechs Mannsmad Wiesen nur 8H und 1340 ebendaselbstzwei Mannsmad 26 Pf. kosteten.
Der würdige vaterländische Geschichtsschrcibcr Sattler, indemer in seiner historischen Beschreibung von Würtcmberg Th. 6- S. 2auf eine Stelle in der Geschichte der Gründung des Klosters Blau»beuren von dem vormaligen Conventualen desselben, Christian Tü»binger, sich bezieht, worin dieser des Weinbaues in der sogenannte»Pfalzhalden, bei der Stadt Tübingen erwähnt, bemerkt dabei:
„Zu dieser Halde gehöre ein schmaler Strich, woselbst sehr„bitterer Wein wachse, der vor die Cholik eine gute Arznei„seyn soll, so daß mau um dieser Seltenheit willen den dar»„aus jährlich wachsenden Wein im Schloßkellcr zu Tübingen „besonders verwahre."
Herr Professor Ferdinand v. Gmclin in Tübingen , der in die-ser Halde selbst einen neuerlich mit edleren Sorten bestockten Wein» lbcrg besizt, hatte die Güte, dem Verfasser über diese Bemerkung den 1
Aufschluß zu geben, daß diese Weinbcrghalde, welche ehedem denPfalzgrafen von Tübingen gehörte, die vorzüglichste auf der Markungund noch vor nicht langer Zeit zum größeren Theil mit Clcvncrnund Tramincru bepflanzt gewesen sey, von welchen wohl ein edlererWein habe gewonnen werden können.
Beispiele der Art werden sich ohne Zweifel auch in andern ober»ländischcn Bezirken finden.
Allein cinesrhcils die oben erwähnte Neigung der gewöhnlichenWcingärtner, nur eine große Quantität von Wein auf Kosten der >Qualität zu erzeugen, andcrnthcils die Leichtigkeit des Absatzes dergeringeren Weine, welchen nicht nur der starke Hausbrauch in dc» >benachbarten, zum Theil stark bevölkerten Städten, sondern auch dirLage der fragliche» Gegenden au der Gränze des würtcmbcrgischc»Weinbaues gegen die vorliegenden weinarmen Alp-, Donau - undSchwarzwaldbezirke begünstigt, mag in der Folge Veranlassung ge-geben haben, die Anpflanzung edlerer Rebsortcn zu verlassen, u>»durch möglichst enge Besivckung mit geringere», aber sehr ergiebige»Wcintraudenarrcn dem Weinbau den größtmöglichen Ertrag oh»eRücksicht auf die Qualität des Weins abzugewinnen.
Dieser Zweck wurde jedoch nur in den Distrikten am Fuße derAlp wirklich erreicht, wie dieß auS der folgenden Darstellung zu er-sehen ist, welche sich auf die von dem statistisch-topographischen Bü-rcau mitgetheilten Nachrichten von dem Wcinertrag in den Jährt»1826 —1832 gründet.