Geschichtliche Einleitung.
ES ist eine gar traurige Aufgabe, die uns zu teil ge-worden ist. Wir haben mit dem Secirmesser der Analyseeines nach dein andern, die zarten und verschiedenfarbigenGewebe und Hüllen zu zerlegen und zu zerstören, auf dieder Mensch in seiner eiteln Nichtigkeit und hartnäckigenSelbsttäuschung so stolz ist; und znni Ersatze unserer Zer-störungsarbeit sind wir nicht einmal imstande, neue undhöhere Ideale, schönere und sanftere Träume zu bieten;dem Jammerrufe des Beraubten und Entblößten könnenwir nur antworten mit dem eisigen Lächeln des Cynikers!Es ist das Verhängnis, welches über der Religion derWahrheit waltet! Der Physiologe darf nicht zuriickbeben,wenn es sich darum handelt, langsam und methodisch dieLiebe auf das Spiel der Stempel und Staubfäden, denGedanken auf mechanische Vibrationen der Moleküle zurück-zuführen.
Das Genie, jene einzige reiumenschliche Macht, vorwelcher man ohne Beschämung sein Haupt beugen darf,wurde von nicht wenigen Gelehrten, zugleich mit demHang zum Verbrechen, zu den theratologischen Formendes menschlichen Geistes gezählt und für eine der vielenFormen des Irrsinns erklärt.
Indes ist diese unbarmherzige Profanatiou nicht alleindas Werk der Ärzte, oder eine ausschließliche Frucht desSkepticismus unserer Zeit.
Schon Aristoteles , der Vater unseres Denkens und nurzu oft noch der Freund und Leiter unserer Philosophen,