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Genie und Irrsinn in ihren Beziehungen zum Gesetz, zur Kritik und zur Geschichte / von C. Lombroso ; mit Bewilligung des Verfassers nach der 4. Auflage des italienischen Originaltextes übersetzt von A. Courth
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Genie und Irrsinn.

bemerkt, daßviele Menschen, infolge heftigen ZuströinenSdes Blutes nach dein Kopfe zu Dichtern, Propheten undSibyllen werden, wie Markus von Syracus, der in An-fällen des Wahnsinns schöne Verse verfaßte, bei ruhigemGeiste aber ohne jede dichterische Begabung war" (Osxrooosl. 1.). Und an einer andern Stelle wiederholt er,man habe nicht selten beobachtet, daß ausgezeichnete Dichter,Staatsmänner und Künstler melancholisch und wahnsinnigwaren wie Ajax, oder menschenscheu wie Bellerophon.Inder jüngsten Vergangenheit, fährt er fort, sahen wir So-krates, Empedokles, Plato und andere, besonders Dichter,welche alle von der Natur ein derartiges Gemüt erhaltenhatten. Leute mit vieler und kalter Galle zeigten sichwenig begabt und feige, während solche mit heißer Gallefrech, klug oder geschwätzig waren, (kroblsmata,

Seet. XXL.).

Platon , im Phädrus, behauptet:daß der Irrsinndurchaus kein Übel, sondern eine der höchsten Wohlthatensei, wenn er eine Gabe der guten Geister ist; im Deliriumleisteten die Prophetinnen von Delphi und Dodon denGriechen unzählige wichtige Dienste, während sie, frei vonAufregung, wenig oder gar nichts nützten. Mehr denneinmal schlugen die Götter die Menschen mit ansteckenden,tödlichen Krankheiten, und mehr denn einmal ward einSterblicher zum Retter, indem er, hingerissen von heiligemFeuer, mit erweitertem Geistesblicke Mittel und Wege ent-deckte, das Übel wieder abzuwenden. Eine andere Art vonIrrsinn, die zur Belehrung der kommenden Geschlechternicht wenig beiträgt, ist das in einem reinen und kindlichenGemüte von den Musen entzündete Feuer, in schöner Dich-tung die Thaten der Helden zu besingen."

Klarer noch spricht Demokrit . Er glaubte nicht, daßein freier Geist und ein gesunder Verstand zum Dichten ge-eignet seien. Lxoluäit sanos Ilsiieons pootas Dsmo-eritnL (Xrs posl.).