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Genie und Irrsinn.
„Ich horche, wenn in mir die Liebs spricht,
WaS sie mir eingiebt schreib' ich nieder."
Napoleon pflegte zu sagen, das Geschick der Schlachtenhänge ab von einem Augenblick, von einem verborgenenGedanken, der Plötzlich aufblitze und den Kampf entscheide(Moreau).
Kuh verfaßte seine schönsten Dichtungen, nach BauersAussage, in einem zwischen Vernunft und Irrsinn schwanken-den Gemütszustände, und in solchen Augenblicken, wenndie erhabensten Dichterworte von seinen Lippen flössen, warer jeder andern, auch der einfachsten geistigen Beschäftigungunfähig.
Das Schriftstellern, sagt Foscolo in seinem Lxistolurio,ist die schönste Beschäftigung eines hohen Geistes; man übtdieselbe in einem angenehmen Geistesfieber: wenn dieses fehlt,ist man nicht imstande die Feder zu handhaben.
Ebenso sagt Berni: die Gabe der Dichtung gleicht ganzjenem andern Ding, das sich launenhaft dehnt und wiederzusammenschrumpft.
Bettinelli drückt sich folgendermaßen aus: „Der demDichter günstige Augenblick kann ein Traum genannt wer-den, geträumt im Beisein der Vernunft, die den Gang des-selben mit offenen Augen zu verfolgen scheint." Und dieseDefinition ist um so zutreffender, da viele Dichter gleichsamträumend ihre Werke hervorbrachten.
Goethe pflegte nicht selten zu sagen, daß den Dichterneine gewisse Reizbarkeit des Gehirns notwendig sei, und daßer selbst vieles dichtete, während er sich in einem demSonnambulismus vergleichbaren Zustande befand.
Klopstock gesteht offen, daß ihm viele Gedanken zuseinem Messias im Traume zukamen.
Im Traume entwarf Voltaire den Plan zu einem derGesänge seiner Henriade, erfand Sardini eine neue Theoriefür die Blasinstrumente, dichtete Seckendorf jenes wunder-