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Genie und Irrsinn in ihren Beziehungen zum Gesetz, zur Kritik und zur Geschichte / von C. Lombroso ; mit Bewilligung des Verfassers nach der 4. Auflage des italienischen Originaltextes übersetzt von A. Courth
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Genie und Irrsinn.

Da sehen wir also den Verstand eines ganz gewöhn-lichen Menschen, welcher unter dem Einflüsse des Wahn-sinns zu Schlüssen gelangt, welche nur einem Teile unserergrößten Denker zugänglich waren.

Als ich einst einem gewissen G. B., dem Neffen einesberühmten Schriftstellers, welcher an Geistesstörung litt,ein niit Kamillenkraut zubereitetes und bei alten Frauenund Hausmüttern sehr beliebtes Mittel verschrieb, brachmein Patient mit einemmale in die Worte aus:

ä! masclüo kemmlnL äivsnns."

(Sieh' da! Tiresias verändert sein Wesen und wird vom Mannezum Weibe.)

Ein anderes Mal trug ich Bedenken, ihm zu gestatten,ein nicht allzufrommes Pferd zu besteigen.

Fürchten Sie nichts, Doktor," sagte er,similianimilidnn."

Ein gewisser M. G., Kaufmann, litt an Trübsinn.Einst grüßte ihn einer seiner Leidensgefährten mit demGrafentitel.

Ach was!" antwortete der Kaufmann.Contos undRechnungen habe ich in großer Anzahl aufgestellt, aber eswaren Geldcontos und keine Grafen. Und ich vor allembin kein Graf."*)

*) Zum Verständnis des Wortspiels, welches in dieser Entgeg-nung des Irrsinnigen liegt, ist die nähere Erklärung des italienischenTextes nötig.

Im Original lautet die Antwort des Geisteskranken folgender-maßen:

Olie conto! äsi eonti ns bo kutto wolti, ma sravo eonti äiguaitrini; oonts non sonv xnnto!"

Conto Graf, war der Titel, welcher dem Geisteskranken vonseinem Gefährten gegeben wurde.

Conto lautet in der Mehrzahl oontl.

Conto- Conto, Rechnung, Mehrzahl ebenfalls oontl.

Wenn man nun in der Antwort des Geisteskranken statt der be-