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Joh. Caspar Fuesslins ... Verzeichnis der ihm bekannten schweitzerischen Inseckten / Johann Caspar Füssli
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Seite
VI
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Ueber den Plan nun meines Werks kan ich ganz kurz seyn. Es ist beinahe der Ihrige, nehm-lich. die der Schweiz eigenen Jnsecten herauszugeben, selbige dem Aufmerksamen Publico in Gesell-schaft verschiedener anderer meistens Ost-und West-Indischer willkommner zu machen, und dieseszwar in der von Linne angenommenen systematischen Ordnung. Ich will mich aber (nicht um Ih-rem willen) entwas umständlicher erklären.

Lassen Sie uns denn auf die erste Klasse, d. i. auf die Jnsecten mit harten Flügeldecken einenBlik werfen. Nach der vorigen (zehnten) Ausgabe des Linnäischen Systemes bestes sich die Zahlaller Geschlechter dieser Klasse auf sechs und zwanzig. Izt hat der Ritter die Gryllos und Blattasherausgeschaft, und den Hemipteris oder den Jnsecten mit after Flügeldecken zugesellet. Die Kinn-laden und Freßgebisse dieser Geschlechter bewogen ihn bisher, sie in der zahlreichen und mannigfalti-gen jedoch durchgängig mit Freßzangen versehenen ersten Klasse stehen zu lassen, und nicht zu derzwoten zu rechnen, weil selbige statt der Freßzangen mit einem Saugstachel versehen. Indessen dadoch aller sieben Klassen Haupt unterscheidungs Merkmaal von den Flügeln hergenommen war, dieseaber ossenbar keine harte Flügeldecken haben, könnte man auf Kopf und Schwan; nicht achten, undnahm sie in die zwote Klasse. Unser grosser Lehrer wußte diesen Abgang bald mit sechs neuen Ge-schlechtern zu ersetzen, so daß wir izt dreißig in der ersten Klaffe zählen. Diese Geschlechter enthal-ten nach der lezten Edition 891 Arten, mit der Mantissa 905 zu welchen noch viele Schweizerischekommen» Alle 900 bis 1000 Individua habe ich izt vor mir, welcher bewunderswerther Anblick,Mein Freund! für einen, dessen Augen der grosse Schöpfer zur Betrachtung seiner Werke geöfnethat! Aus dieser Menge sondere ich nun zuerst diejenigen aus, welche ich für National - Schweizerischehalte, das ist, solche Käfer, die ich weder von Linnäo noch von andern beschrieben finde, die sichaber bey uns in mehrerer oder minderer Zahl haben antreffen lassen. Zweitens merke ich diejenigenan, welche sehr selten, und bey den wenigsten Authoren gefunden werden. Drittens solche,welche zwar von andern beschrieben, aber nirgends, oder doch nur schlecht und unkenntlich abgebil-det worden sind. Viertens; exotische, Ost-und Westindische, welche weder von Roesel, Drurynoch andern gemahlt worden sind. Von der grossen , merkwürdigen, herrlichen Schaar dieser aus-gesonderten lese ich nun-die tauglichsten aus, den Karacter eines jeden Geschlechtes und desselben Di-visionen vorzustellen, und solche, welche der Attenlion besonders wehrt scheinen, und so viel auchder Raum der Tafeln gestattet, deren Zahl ich auf sieben bestimmt habe. Mit Geschmak, derSachen vollkommnester Kenntniß, mit einer Meisterhand werben diese denn von meinem WerthenFreund Herrn Rod. Schellenberg nach der Natur gezeichnet, und nach diesen aufs fleißigste in Kupfergeazt. Sie wollen denn, Liebster Herr Füßlin, durch geschikte, von Ihnen selbst angeführte Iüng-