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und sind von ihrem Brandwein und denen har,ten unverdaulichen Speisen nicht abzubringen.Von der Cur dieser Kranckheiten will ich nichtviel reden. Die Oberhärtzischen Aertzee habenallemahl mit gelinden schweistreibenden und la-xierenden Mitteln und mit verdünnenden Ge»trancken das meiste ausgerichtet, und durch die»se Methode selbst die Contracturen der Finger,wobey die Gelencke ganh roth werden- geho-ben. Es versteht sich aber, daß diese Leutekeine gäntzliche Genesung zu hoffen haben,wenn sie nicht von dem Metier abstehen.
Ob es nun gleich wahr ist, daß die Berg»und Hütten»Leute vielen Kranckheiten auf eineunvermeidliche Art unterworfen sind- so mußman doch das allgemeine Vorurtheil fahren las,sen, daß sie alle in ihren besten Jahren wegster-ben. Man siehet sehr viel alte Berg - und Hüt-ten'Leute auf dem Hartz, ja es fehlet nicht an sol-chen, die ein recht hohes Alter erreichen, ohner»achtet sie von Jugend auf bis in ihr Alter in denGruben und Hütten gearbeitet haben. DieAerHte auf dem Ober-Hartz haben durch dieErfahrung befunden, daß zur Erzeugung derHütten-Kranckheiten eine besondre Dispositiondes Körpers erfordert werde. Die Natur dermenschlichen Körper bestimmet die mehrere oderwenigere Schädlichkeit der Dämpfe. Einigesind in den erstem vier Wochen, da sie die Hüt-ten-Arbeiten getrieben, ruiniret und hinfälliggemacht worde». Andere habe» erst nach ei-